Durch Kita-Beitragsdebatte zur SPD: Katja Poschmann eröffnet Wahlkreisbüro in Rathenow

Katja Poschmann eröffnete am Mittwoch ihr Wahlkreisbüro in Rathenow. Hier erhält sie Glückwünsche, Präsente und Blumen von Peter Dietze, Vorsitzender des Fördervereins, der an einem noch zu schaffenden Heimatmuseum arbeitet.
René WernitzDie Lage des Büros ist sehr günstig. Es befindet sich unmittelbar neben dem Modehaus Sandbrink in der Berliner Straße 3a. Laut eigenen Angaben wusste Poschmann schon sehr genau, dass sie im Falle eines Wahlerfolgs dort einziehen möchte.
Nur das Direktmandat verschaffte ihr die Möglichkeit. Ansonsten hätte sie es wegen des mittelmäßigen SPD-Listenplatzes 30 nicht in den Landtag geschafft. Sie holte im Wahlkreis 4 (Ostprignitz-Ruppin III/Havelland III), zu dem auch Rathenow, Rhinow, das Milower Land und Premnitz gehören, 6.490 Erststimmen (24,9 Prozent). Nach 20 Jahren hat die SPD aus dem Wahlkreis 4 heraus mal wieder ein Mitglied direkt in den Landtag nach Potsdam entsenden können.
Katja Poschmann, sie wird im März 40, hat eine relativ kurze politische Vita. 2015 war die gebürtige Rathenowerin, die nun in Premnitz lebt, der SPD beigetreten. Das war offenbar logische Folge vorherigen Engagements. Am 25. Februar des Jahres hatte sie - gemeinsam mit der Rathenowerin Anja Neumann - das Wort in der Stadtverordnetenversammlung erhoben. Die beiden Mütter machten auf landesweit sehr unterschiedliche Betreuungskosten und vergleichsweise hohe kommunale Kita-Gebühren in Rathenow aufmerksam. Sie gründeten die Initiative „Eltern für Rathenow“. Nächster Schritt war Mitte März 2015 der Start einer Online-Petition mit dem Titel: „Eltern fordern beitragsfreie Kinderbetreuung im Land Brandenburg“.
Im Oktober 2016, inzwischen war Poschmann Parteimitglied, brachte der SPD-Unterbezirk Havelland mit seinem Vorsitzenden Martin Gorholt einen Leitantrag auf dem SPD-Landesparteitag ein. Die havelländischen Genossen forderten die Einführung eines beitragsfreien Kitajahrs noch in der laufenden Legislaturperiode. Gorholt wusste schon damals: „Die Beitragsfreiheit von Kitas wird ein Kernthema des nächsten Landtagswahlkampfs sein.“
Das Vorschuljahr wurde tatsächlich im August 2018 beitragsfrei gestellt. Die neuen Regierungspartner haben sich in ihrem Koalitionsvertrag auf weitere Schritte geeinigt: „Die Koalition wird im Jahr 2022 das vorletzte Kita-Jahr beitragsfrei stellen. Im Jahr 2024 wird der gesamte Kindergartenbereich (3 bis 6 Jahre) beitragsfrei gestellt sein.“ Darüber hinaus kann sich auch Katja Poschmann nun darüber freuen, dass im Koalitionsvertrag eine „Mustersatzung“ angekündigt wird, „um die örtlich unterschiedlichen Beiträge und Belastungen für Familien aufzulösen“.