Energie in Brandenburg/Havel
: Kein Gas mehr – Stadtwerke setzen und Fernwärme aus Premnitz

Bei der Versorgung mit Fernwärme machen sich die Stadtwerke Brandenburg an der Havel (StWB) von Erdgas als Energieträger unabhängig. Sie setzen darauf, dass genug Müll in Premnitz verbrannt wird.
Von
René Wernitz
Premnitz
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  • Aus der Luft zum EEW-Kraftwerk in Premnitz geblickt, aus dem ab 2023 Fernwärme nach Brandenburg/Havel strömt. Thermisch zu verwertender Müll wird aus verschiedenen Landkreisen geliefert, nicht aber aus der Stadt Brandenburg.

    Aus der Luft zum EEW-Kraftwerk in Premnitz geblickt, aus dem ab 2023 Fernwärme nach Brandenburg/Havel strömt. Thermisch zu verwertender Müll wird aus verschiedenen Landkreisen geliefert, nicht aber aus der Stadt Brandenburg.

    Tobias Kramer
  • StWB-Geschäftsführer Gunter Haase zwischen zwei Leitungselementen, wie sie für die Fernwärmetrasse von Premnitz nach Brandenburg an der Havel verwendet werden.

    StWB-Geschäftsführer Gunter Haase zwischen zwei Leitungselementen, wie sie für die Fernwärmetrasse von Premnitz nach Brandenburg an der Havel verwendet werden.

    Simone Weber
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Je 20,3 Kilometer lang werden die beiden nebeneinander verlaufenden Leitungen ab Premnitz sein, die die Stadtwerke Brandenburg an der Havel (StWB) zu sich legen lassen. Laut Zeitplan, der aber einigen Unwägbarkeiten unterworfen ist, soll das Projekt noch Ende 2022 vollendet sein. Spätestens ab 2023 soll im Vorlauf 130 Grad heißes Wasser gen Brandenburg an der Havel strömen und im Rücklauf mit einer Temperatur von 65 Grad ins Premnitzer EEW-Kraftwerk zurückkehren. Die EEW Energy from Waste verfügt nach am 28. Juni 2022 erfolgter Inbetriebnahme einer zweiten Verbrennungslinie (Rostfeuerungsanlage) über die technischen Kapazitäten zur zuverlässigen Lieferung von Fernwärme zu den StWB. An deren Versorgungsnetz sind etwa 12.000 Haushalte angeschlossen.

Noch produzieren die Stadtwerke eigene Fernwärme. Hier hat Erdgas als Energieträger mit Beginn der Lieferung aus Premnitz ausgedient. Kernmotivation war hier die eigene Einsparung von jährlich 69.000 Tonnen CO2. Die StWB setzen darauf, dass der EEW immer genug Abfall zur Verfügung steht. Daher ließ Landrat Roger Lewandowski (CDU) sein Grußwort bei offizieller Inbetriebnahme der Rostfeuerungsanlage mit dem Satz enden: „Ich wünsche Ihnen für die Zukunft viel Müll“.

Thermische Verwertung in Premnitz: jährlich rund 11.000 Tonnen Müll aus dem Landkreis Havelland

Zur Verbrennung (thermische Abfallbehandlung) gelangt Müll, der anderweitig nicht verwertet werden kann. Ein Lieferant ist der Landkreis Havelland. Die jährlich zur EEW in Premnitz gelieferte Menge beläuft sich auf etwa 11.000 Tonnen. Auf Anfrage erläutert die Kreisverwaltung: „Es handelt sich dabei um den Anteil aus der Hausmüllsammlung, der von der HAW auf die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage nach Schwanebeck verbracht wird. Dort wird der Hausmüll vorsortiert. Der größere Teil wird in der Anlage verrottet und dann auf die Deponie verbracht und ein Teil wird als sogenannte heizwertreiche Fraktion nach Premnitz in die Müllverbrennung verbracht“. 2021 waren es 11.255 Tonnen. 2020 wurden 11.425 Tonnen havelländischer Abfall verheizt.

EEW-Gesamtkapazität im Kraftwerk stieg auf 300.000 Tonnen pro Jahr

Bei der EEW stieg die jährliche Gesamtkapazität durch Inbetriebnahme der zweiten Verbrennungslinie von 270.000 auf 300.000 Tonnen. Sechs weitere brandenburgische Landkreise, darunter Potsdam-Mittelmark und Oberhavel, liefern Müll nach Premnitz. Sinnigerweise käme dort auch Abfall aus Brandenburg an der Havel an. Das ist aber nicht der Fall.