Segelflugsport wird im westhavelländischen Stölln bereits seit den 1930er Jahren betrieben. Zu DDR-Zeiten war die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) zuständig. 1990 wurde der Flugsportverein Otto Lilienthal Stölln/Rhinow e.V. gegründet. Dieser Verein erhält nun fast 3.500 Euro vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Das Geld stammt  aus der Konzessionsabgabe Lotto des Landes Brandenburg und soll der Anschaffung von Flugzeug-Kollisionswarnsystemen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Luftfahrt dienen.

„Traffic Monitor“ für den Motorsegler

Laut Angaben aus dem Ministerium  ist der FSV Eigentümer und Halter von insgesamt acht Flugzeugen. Der zur Verfügung stehende Motorsegler ist derzeit noch mit einem alten Antikollisionslicht (ACL) ausgestattet, welches nicht auf moderner, leistungsstarker und heller LED-Technik basiert. Er ist zwar mit einem Transponder ausgestattet, kann aber nur Transpondersignale senden und nicht empfangen. Daher ist hier die Anschaffung eines sogenannten „Traffic Monitors“ geplant.
Dieser empfängt und verarbeitet Signale und stellt die Position und Höhe der Luftfahrzeuge optisch auf einem Display dar. Erfolgt eine Annäherung, gibt das Gerät eine optische wie akustische Warnung aus. Dies bedeutet enormen Sicherheitsgewinn im stark frequentierten unteren Luftraum.

Segelflugzeuge erhalten Haubenblitzersystem

Indessen werden die sieben Segelflugzeuge des Vereins nun mit einem Haubenblitzersystem nachgerüstet, das durch die rote Farbgebung der Lichtblitze einen hohen Sicherheitsgewinn ermöglicht. Denn die Wahrscheinlichkeit von anderen im Luftverkehr erkannt zu werden, wird stark erhöht - ganz ohne Kollisionswarnsysteme.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4.370 Euro. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung hat 3.495 Euro bewilligt. Der Flugsportverein Otto Lilienthal Stölln/Rhinow e.V., dem rund 150 Mitglieder angehören, bringt 874 Euro Eigenanteil auf.

Ältester Flugplatz der Welt

Stölln (Amt Rhinow) im Havelland hat große historische Bedeutung für die Luftfahrt erlangt. Denn dem Ingenieur Otto Lilienthal (1848-1896)  war es dort gelungen, selbst konstruierte Flugapparate gezielt durch die Luft zu steuern. Aus diesem Grund und weil Stölln der einzige noch in Betrieb befindliche Platz ist, den Lilienthal einst nutzte, handelt es sich um den ältesten Flugplatz der Welt. Am 9. August 2021 jährt sich der Todestag von Otto Lilienthal zum 125. Mal. Bereits am 8. August ist diesjähriges Otto-Lilienthal-Fest am Gollenberg in Stölln.

Pachtvertrag bis 2066

Das FSV-Vereinsheim wurde 2019 für rund 200.000 Euro saniert. Zu 75 Prozent wurde das Projekt aus LEADER-Mitteln der Europäischen Union gefördert. Die Fliegerei im Ort kann bis weit über die Hälfte dieses Jahrhunderts betrieben werden. Denn der aktuelle Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Gollenberg, zu der Stölln als Ortsteil gehört, und dem FSV hat  eine Laufzeit bis 2066.