Rund 2,7 Millionen Euro Fördergelder kann der Landkreis Havelland in den kommenden vier Jahren aus dem Pakt für Pflege generieren. Das Land Brandenburg unterstützt damit Projekte und Maßnahmen, welche die Pflege vor Ort stärken, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten, Beratungsstrukturen ausbauen und die Fachkräftesicherung in der Pflege fördern. Die havelländischen Städte, Ämter und Kommunen können dabei in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt pro Jahr 468.000 Euro Fördermittel bei einem Eigenanteil von 20 Prozent beantragen.

Premnitz erhält bereits Fördermittel aus dem Pakt für Pflege

„Die Stadt Premnitz ist eine von drei Kommunen im Kreis, die bisher Fördermittel aus dem Pakt für Pflege beantragt und auch schon bewilligt bekommen haben“, so Regina Lößner, Leiterin des havelländischen Sozialamts. Auch dem Landkreis selbst wurden bereits Fördergelder aus dem Pakt für Pflege bewilligt. In Premnitz haben die beteiligten Akteure nun zwei Projekte vorgestellt, die im Rahmen der Förderung umgesetzt werden sollen.

Beratung von Senioren wird ausgebaut

Zum einen sollen die bereits vorhandenen Beratungsmöglichkeiten, insbesondere der Sozialen Anlaufstelle Premnitz, ausgebaut werden. Dazu wird die wöchentliche Einsatzzeit der eingesetzten Mitarbeiterin erhöht, um die Informationstätigkeit zu intensivieren. Ziel ist hierbei vor allem ältere Bürger auf die unterschiedlichen bestehenden Unterstützungsleistungen hinzuweisen, die sie in Anspruch nehmen können.

Fahr- und Begleitdienst für gesundheitlich eingeschränkte Premnitzer

 Beim zweiten Projekt in Premnitz handelt es sich um einen Fahr- und Begleitdienst, der gesundheitlich eingeschränkten Menschen, die noch in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus wohnen, zum Beispiel zu Arztterminen, zu Behörden oder zum Einkaufen fährt. Die Fahrten, für die eine Kostenbeteiligung anfällt, können dabei nach telefonischer Bestellung und Terminvergabe ab 25. Oktober 2021 unter 03386/2127921 für einzelne Bürger, aber auch Gruppen organisiert werden. Die Koordinierung übernimmt die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz mbH (AFP), die unter 03386/212790 zu erreichen ist. Vor dem Start sind noch Informationsveranstaltungen geplant, zudem sollen Flyer für das Angebot erstellt werden.

Besonders hart vom demografischen Wandel betroffen

Erfreut über die Vorhaben zeigt sich der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrates der Stadt, Frank Hoffmann: „Premnitz ist mit einem hohen Altersdurchschnitt besonders hart vom demografischen Wandel betroffen“, sagt er. Die beiden geförderten Maßnahmen seien daher eine tolle Idee. Anfang des Jahres hatte Bürgermeister Ralf Tebling (SPD) im Zusammenhang mit Corona dargelegt, dass Premnitz 8.491 Einwohner habe, davon 1.070 über 80 Jahre. 66 Personen würden in Pflegeeinrichtungen leben.

Gute und zügige Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Havelland und der Stadt Premnitz

„Die gute und zügige Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und der Stadt Premnitz hat in diesem Fall dazu geführt, dass der Förderantrag schnell bewilligt wurde und die Bürger somit nun auch schnell und unmittelbar von der Maßnahme profitieren können“, so Regina Lößner. Sie wirbt gleichzeitig dafür, dass auch andere Kommunen im Havelland von den zur Verfügung stehenden Fördergeldern des Paktes für Pflege Gebrauch machen.