Fridays for Future
: PIK: Mit Dr. Falko Ueckerdt auf nächsten Streik in Rathenow eingestimmt

Dr. Falko Ueckerdt, beschäftigt am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sprach im Rathenower Jahn-Gymnasium über „Klimawandel – Ursachen, Folgen, Lösungen“.
Von
Simone Weber
Rathenow
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Dr. Falko Ueckerdt sprach in Rathenow über "Klimawandel – Ursachen, Folgen, Lösungen".

Weber

Müllsammelaktion mit den „Stinknormalen Superhelden“

In Vorbereitung  auf ihren zweiten Klimastreik haben sich einige örtliche Aktivisten von „Fridays for Future“ (FfF) am vorigen Freitag zu einer ersten Müllsammelaktion getroffen. Innerhalb 45 Minuten fanden sich unter anderem Industriestromkabelreste, ein Feuerlöscher, eine volle Kinderwindel, Glasflaschen und jede Menge Verpackungsmüll. „Wir wollen das Projekt und die Ziele der Schüler unterstützen und sind auch zum Klimastreik mit Müllsammelaktion am 29. November wieder mit dabei“, erklärte ein Mitglied der Stinknormalen Superhelden.

„Eine Woche zuvor trafen wir zum Klimastreik vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Tausenden Teilnehmern Luisa Neubauer, eine der bekanntesten FfF-Organisatorinnen der bundesweiten Klimastreiks. Mit ihr haben wir einen Aufruf zur Demo am 29. November in Rathenow gepostet“, sagte Bruno Rothe, Jahn-Gymnasiast aus Garlitz und eines der 16 Mitglieder des FfF-Teams in Rathenow.

Kein Zweifel an menschengemachter Klimaerwärmung 

Im Anschluss an den Treff war ein Klima- und Energieforscher zum öffentlichen Vortrag in den Theaterkeller des Jahn-Gymnasiums eingeladen. Dr. Falko Ueckerdt, beschäftigt am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sprach über „Klimawandel – Ursachen, Folgen, Lösungen“.

„Seit 1880 hat die weltweite Durchschnittstemperatur um ein Grad Celsius zugenommen, über Land gar um 1,5 Grad. Gerade auch an der Nordpolregion ist die Temperatur besonders angestiegen“, erläuterte der Leiter des National Energy Transitions Teams am PIK und erklärte ferner: „Es besteht überhaupt kein wissenschaftlicher Zweifel daran, dass die Klimaerwärmung durch die massive Nutzung fossiler Energieträger seit der industriellen Revolution, menschengemacht ist.“

In den nötigen politischen Maßnahmen zur wirksamen Begrenzung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase in Deutschland und weltweit ginge es nicht um den Eisbär, „der gern gezeigt wird, sondern um uns Menschen“, so Falko Ueckerdt weiter. „Durch zu langsames Agieren verschlafen wir unsere Chancen. Und umso mehr Investitionen fließen noch in alte Technologien. Wichtig sind politische Instrumente, um zum Beispiel fossile Energien aus dem Wirtschaftskreislauf herauszubekommen.“

Unzureichende Maßnahmen gegen Temperaturanstieg

Das PIK hat die Bundesregierung in Vorbereitung des kürzlich beschlossenen Klimapakets wissenschaftlich beraten. Aber der in Rathenow gastierende Klimaforscher kritisierte, dass die getroffenen Maßnahmen, wie die unzureichende Kohlendioxid-Bepreisung, nicht ausreichen würden, um den Temperaturanstieg - wie während der Weltklimakonferenz in Paris (2015) beschlossen - bis Ende dieses Jahrhunderts auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

„Bei unserer zweiten Demo für mehr, schnellen und wirksamen Klimaschutz hoffen wir auf viele Unterstützer aus der Rathenower Bevölkerung“, so Mitorganisator Juma Missfelder. An der ersten „Fridays for Future“-Demo  am 7. Juni hatten rund 150 Leute teilgenommen.

Vorbericht zu den Streikaktionen im November:  Klimafolgenforscher gastiert am Freitag in Rathenow