Görke zu Besuch
: Industriepark Premnitz ist sehr gut nachgefragt

Der Strukturwandel steht der Kohlregion Lausitz noch bevor, am Industriestandort Premnitz bewirkte die LEG eine positive Entwicklung.
Von
Manuela Bohm
Premnitz
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Orange farben sind Flächen, die bewirtschaftet oder nur bereits verkauft sind. Blau sind jene Flächen gekennzeichnet, die allein 2019 von der LEG veräußert werden konnten. Die helleren Flächen sind noch frei.

LeG

„Die jüngsten Ergebnisse den IPP betreffend sind dem Engagement der LEG geschuldet“, so Standortmanager Roy Wallenta. Er sprach am Freitag unter anderem an, dass die LEG in diesem Jahr 11 Hektar Industriefläche an Investoren verkaufen wird. „2019 ist das beste Jahr, was wir je hatten“, sagte Birgit Flügge, Vetriebs– und Projektleiterin der LEG.

Insgesamt umfasst der Park eine Fläche von 209 Hektar, die die Mitarbeiter der LEG seit 1992 entwickelte. „72 Millionen Euro sind dafür aus verschiedensten Töpfen nach Premnitz geflossen, allein für die Revitalisierung der Viskoseflächen waren es 12 Millionen Euro“, erklärte Finanzminister Christian Görke. Als zweites „Standbein“ nannte er die Wirtschaftsförderung, durch die weitere 500 Millionen Euro in den Industriestandort flossen.

Die Nachfrage nach großen Industrieflächen in Brandenburg weiter gegeben. Nur noch 11,6 Hektar des IPP in Händen der LEG und 3,6 Hektar der Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz sind hier derzeit noch verfügbar. „Dies ist nicht viel bei der derzeitigen Nachfrage“, so Flügge weiter. Durch Neuansiedlungen, aber auch Erweiterungen bestehender Firmen werden die Flächen, die 2019 verkauft werden, genutzt. Die Firma Richter Recycling möchte in Premnitz für sich einen neuen Standort auf den ehemaligen Viskose–Flächen finden. Die plasotec GmbH lässt bereits im IPP bauen. Das ansässige Unternehmen Relux erweitert seinen Standort.

Sind die Unternehmen auf den 2019 verkauften Flächen komplett aufgebaut, können 300 weitere Arbeitsplätze zu den bestehenden rund 1.400 dazu gerechnet werden. Als Zielmarke sind insgesamt 2.000 Arbeitsplätzen ausgegeben.

Die Unternehmen finden im IPP optimale Bedingungen und ein ansiedlungsfreundliches Klima, waren sich die Gesprächspartner aus Politik und Wirtschaft einig. Ein weiteres Millionen–Vorhaben wird angegangen — die Energieversorgung mit Wärme über eine 21 Kilometer lange Trasse wird mit einer Förderung von 20 Millionen Euro bedacht. „70.000 Tonnen CO2 können so eingespart werden“, sagte Görke.

Weitere Standortvorteile sollen mit der kommenden Ortsumfahrung entstehen. Aber auch die Bahnverbindung für den Güterverkehr bleibt im Auge, bei der es noch etwas hapert. „Unsere Kunden rechnen insogenannten Ganzzügen. Die bekommen wir hier auch in den Industriepark rein. Aber wir bekommen nur Halbzüge nach Premnitz“, berichtete der Unternehmenerprecher des Parks, Klaus Piefke.  Um Ganzzüge nach Premnitz zu bekommen, müsste ein Gleisabschnitt zwischen Wustermark und Rathenow ausgebaut sein. Nach heutigen Erkenntnissen geschieht dies aber erst bis zum Jahr 2034.