Großbrand: Steckelsdorf vor 200 Jahren vernichtet

Die Kirche in Steckelsdorf: Ihr Neubau war von 1820 bis 1822 erfolgt. Am 6. Mai 1819 hatte ein Brand praktisch das ganze Dorf vernichtet.
Sandra EuentPlötzlich läutete die Sturmglocke vom Kirchturm her. Flammen schlugen bereits aus der Mitte des Dorfs empor, schwarze Rauchwolken stiegen auf. Das Feuer war in der Brandweinbrennerei des Bauern Bernhard Christian Gebhardt ausgebrochen. Es hatte sich rasend schnell ausgebreitet. Lehmfachwerk und Strohdächer waren zu dieser Zeit noch allgegenwärtig.
Nur die abseits in Richtung Schollene gelegenen Gebäude, das Müller– und das Hirtenhaus, blieben verschont. Alles andere im Ort, inklusive Kirche und Schule, wurde vom Feuer vernichtet. Zudem Saatgut und Nahrungsmittel. Es gab drei Todesopfer zu beklagen. „Die Menschen haben in diesen schweren Stunden nicht gehadert. Sie haben ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und hart dafür gearbeitet Steckelsdorf wieder aufzubauen. Heute können wir für die Schaffenskraft und den Tatendrang unserer Vorfahren nur dankbar sein“, so Gursch.
Eine Quelle, derer sich der Ortsvorsteher bedient, ist Walther Specht. Er hatte der Katastrophe des Jahres 1819 im Mai 1944 einen Beitrag in der Havelzeitung gewidmet. Derzeit arbeite eine kleine Gruppe, zu der Gursch gehört, an einer Neuausgabe der Ortschronik. Da Steckelsdorf gebietshistorisch eine wechselvolle Geschichte hat, gehören auch Besuche in Sachsen–Anhalt zum Archivprogramm. Derweil werde auch an einer Kurzchronik gearbeitet. Titel: „200 Jahre Wiederaufbau von Steckelsdorf“. Sie soll pünktlich vor dem Dorffest 2019 erscheinen, das am 6. Juli gefeiert wird.
Freilich wird es wohl niemanden in Steckelsdorf und Umgebung geben, der noch Dokumente oder Habseligkeiten aus dem Katastrophenjahr besitzt. Wer aber die Chronikgruppe anderweitig unterstützen kann, melde sich bei Eileen Oswald unter 03385/628896 oder per E–Mail an heimatverein@steckelsdorf.de oder wende sich an Corrado Gursch unter 03385/6198479 oder per E–Mail an corrado-gursch@gmx.de. Ferner kündigt der Ortsvorsteher das nächste „Erzählkaffee“ des Steckelsdorfer Heimatvereins für Donnerstag, 23. Mai, an. Ab 15.30 Uhr kann bei Kaffee und Kuchen im Gemeindezentrum ausführlich von Früher erzählt werden. Alte Fotoalben sind dabei sehr hilfreich und willkommen.