Corona sichert augenscheinlich Arbeitsplätze in Nennhausen bei Rathenow. So viele Schwangere und Eltern mit Kinderwagen hat Anke Lange dort noch nie gesehen. Die Frau hat einen geschulten Blick. Sie ist seit 34 Jahren als Erzieherin im Dorf tätig; seit 1995 ist sie die Leiterin der Kita „Haus Sonnenschein“.

Baujahr 1985

Die Kita am Fouqué-Platz, halb Krippe (bis zu Dreijährige) und halb Kindergarten (Drei- bis Sechsjährige), wird durch das Amt Nennhausen betrieben. Die Einrichtung ist praktisch ausgelastet. Laut Anke Lange war das schon immer so. Sie muss es wissen, hat sie doch bereits zwei Jahre nach Bau der Einrichtung dort angefangen zu arbeiten. Als Baujahr steht 1985 in der Chronik. Die Errichtung war allerdings nicht durch einen Nennhausener Babyboom notwendig geworden.

Umzug nach Brand im Schloss

Einst erfolgte Kinderbetreuung im nahen Schloss. Nach einem Großbrand im Jahr 1983 bezogen Kinder und Erzieherinnen ein Provisorium bei der Schule, bis 1985 der Neubau stand. Dieser war ursprünglich als reiner Kindergarten gedacht. Erst Anfang der 1990er Jahre kam die Krippe hinzu, die sich bis dahin in der Buckower Straße befand. Zeitweise war im „Haus Sonnenschein“ sogar der Hort der Grundschule integriert.

Zu annähernd 100 Prozent ausgelastet

Die Kita hat aktuell eine Betriebserlaubnis zur Betreuung von 67 Kindern. Die Auslastung beträgt nahezu 100 Prozent. Es handelt sich um die größte Kindertagesstätte im Amtsbereich. Weitere Kitas in öffentlicher Trägerschaft des Amtes gibt es in Stechow, wo die Auslastung ebenso annähernd 100 Prozent beträgt,  und in Garlitz, wo bei rund 80-prozentiger Auslastung noch ein Puffer für das Amt Nennhausen besteht. In freier Trägerschaft befindet sich derweil die Einrichtung in Barnewitz. Diese ist auch praktisch voll ausgelastet. 2009 hatte sich das Amt von seiner Trägerschaft verabschiedet. Der Brücke e.V. wendete die drohende Schließung der Kita ab.

Neunköpfiges Team von Erzieherinnen

In Nennhausen ist Anke Lange die Chefin eines neunköpfigen Teams von Erzieherinnen. Gegenwärtig bestehen drei Kindergartengruppen und zwei Krippen-Gruppen. Das Amt will im Sommer 2021 das „Haus Sonnenschein“ in der Weise umbauen lassen, dass Raum für eine dritte Krippen-Gruppe entsteht. Zehn weitere Kinder im Alter von zehn Monaten bis drei Jahre können dann betreut werden.

Betreuung auch in Corona-Zeiten

In den Corona-Zeiten seit März 2020 gab es kaum weniger zu tun für die Erzieherinnen. Fast 90 Prozent ihrer Schützlinge gehen aktuell weiterhin in die Kita. Indessen stehen laut  Anke Lange die Namen von etwa 20 Kindern, die im „Haus Sonnenschein“ betreut werden sollen, auf der Warteliste. Durch Corona könnte diese sogar noch länger werden.