Der schneereiche Winter 1844/1845 dauerte bis Ende März. Plötzlich setzte Tauwetter ein, der Pegel der Elbe stieg rasch an. Am 1. April 1845 brach bei Fischbeck ein Deich. Das Wasser ergoss sich in Richtung Havelregion.
Hochwasser und Überschwemmungen in Deutschland Saar, Rhein und Mosel: Wie kam es zu dieser Jahrhundert-Flut?

Ulm

Der um Böhne in einem großen Bogen herumfließende und ansonsten gemächlich dahinplätschernde Königsgraben wurde zum Alles mit sich reißenden Strom. Laut Überlieferung des  Böhner Gastwirts Dalchau war sein Heimatdorf ringsum von Wasser umflutet, „zwischen hier und Bützer, Vieritz, Buckow, Rathenow eine weite Wasserfläche.“

Am 9. Juni 2013 bahnte sich Deichbruch an

Was Mitte des 19. Jahrhunderts geschah, drohte sich im Juni 2013 zu wiederholen. Bei Fischbeck (Landkreis Stendal) bahnte sich am 9. Juni, ein Sonntag, ein Deichbruch an. Um 13.30 Uhr wurde für den benachbarten Landkreis Havelland der Katastrophenzustand ausgerufen.

Vorsorglich Evakuierungen empfohlen

Bereiche der Gemeinde Milower Land nahe Königsgraben und Milower Stremme wären als erste betroffen gewesen.  Bürgermeister Felix Menzel (SPD) empfahl  den Bürgern in Zollchow, Vieritz und Schmetzdorf die freiwillige Evakuierung. In der Großwudicker Turnhalle sollten 150 Feldbetten aufgestellt werden. Zur Evakuierung wurden Busse bereit gestellt.
Auch  Bereiche der Ämter Rhinow und Nennhausen sowie der Städte Premnitz und Rathenow (mit dem Ortsteil Böhne) galten als gefährdet. Im Westen der Kreisstadt schippten die Menschen Sandsäcke.

Wasser wählte anderen Weg

Nach Auswertung  detaillierter topografischer Daten ging der Katastrophenstab des Landkreises Havelland am Abend des 9. Juni 2013 davon aus, dass bei einem Deichbruch das Elbewasser keine unmittelbare Bedrohung darstellen würde. Eine Chronologie der damaligen Verlautbarungen findet sich hier. Der Deich bei Fischbeck brach in der Nacht zum 10. Juni 2013, das Wasser der Elbe wählte tatsächlich einen anderen Weg.
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