Die 7-Tage-Insidenz lag für den Landkreis Havelland am frühen Freitag, 26. November 2021, bei 400,1 und landesweit bei 663,6. Im Ländervergleich liegt Brandenburg bei der Impfquote auf dem vorletzten Platz. Einer der Gründe mag der Umstand sein, dass vor Ort zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht. In Rathenow haben zahlreiche Impfwillige am Freitag schlechte Erfahrungen gemacht.

Schon bis 11.30 Uhr alle Impfdosen verplant

Nach Dallgow-Döberitz am Mittwoch gab es am Freitag eine mobile Impfaktion in der havelländischen Kreisstadt Rathenow. Ort des Geschehens war das Kreishaus am Platz der Freiheit. Der Beginn wurde für 11.00 Uhr angekündigt. Es sollte bis 17.00 Uhr geimpft werden. Schon kurz nach 11.30 Uhr waren die für die Aktion eingeplanten 300 Impfdosen verplant.

Sehr lange Warteschlange rings ums Kreishaus

Die sehr  lange Warteschlange zog sich kurz vor 11.00 Uhr einmal um den Sitz der Kreisverwaltung herum. Mehr als 350 Menschen hofften zu dem Zeitpunkt, eine der Impfdosen zu erhalten. Die ersten Leute hatten bereits seit etwa 7.00 Uhr angestanden. Eine Familie aus Liepe (Amt Nennhausen) war für die Impfaktion um 5.00 Uhr aufgestanden. Ihre gerade volljährig gewordene Tochter, die jetzt ihre Ausbildung beginnt, wollte sich ihre Erstimpfung holen. Andere kamen zur Auffrischungsimpfung (Booster).
Um 11.30 Uhr stand  fest, dass alle Impfdosen bereits vergeben sind. Anders als in Dallgow-Döberitz, wurden in Rathenow keine zustätzlichen Vakzine organisiert. Letztlich wurden 236 Menschen in Dallgow geimpft. Eigentlich waren nur 150 Impfdosen eingeplant gewesen.

Nächste mobile Impfeinsätze in Nauen und Falkensee

Die Enttäuschung war auch in Rathenow bei denen groß, die sich vergeblich anstellten und womöglich extra frei von der Arbeit frei genommen hatten. „Bei meinem Hausarzt sind die Termine für Auffrischungsimpfungen bis Februar alle vergeben“, so eine Rathenowerin. In der kommenden Woche soll es in Nauen (30. November 2021) und Falkensee (3. Dezember 2021) weitere havelländische Impfaktionen geben. Der Landkreis hat bislang keine Details dazu genannt. Ursprünglich war auch von Friesack die Rede. Das ist nun offenbar vorerst vom Tisch. 

Landkreis Havelland braucht Impfstoff

„Wir sind derzeit sehr gefordert, das kreisliche Impfangebot, das wir mit der von der Landesregierung verfügten Schließung der Impfzentren herunterfahren mussten, nun organisatorisch und personell wiederaufzubauen. Grundlage dafür ist natürlich auch, dass das Land uns den Impfstoff dafür bereitstellt“, so Gesundheitsdezernent Wolfgang Gall im Nachgang zur Impfaktion in Dallgow-Döberitz.

Im Landkreis Stendal zwölf Impftermine in den nächsten drei Wochen

Westhavelländer, die mal eben eine Impfung wünschen, können sich auch über Angebote des Landkreises Stendal (Sachsen-Anhalt) informieren. Dort sind vom 29. November bis 18. Dezember 2021 zwölf Impftermine in verschiedenen Orten angesetzt. Seit Wiederaufnahme der Arbeit durch das mobile Stendaler Impfteam am 5. Oktober 2021 summiert sich die Zahl der Impfungen auf aktuell etwa 4.100. Allein vom 19. bis 25. November 2021 wurden durch das mobile Impfteam, das unter 0152/54831210 zu erreichen ist, 313 Impfungen vorgenommen.
Landrat Patrick Puhlmann (SPD) kommentiert: „Impfwilligkeit/-bedarf, Impfkapazitäten und Impfkonzept – die drei Komponenten passen bei uns im Landkreis gut zusammen. Wichtig dabei: Das mobile Impfteam ist nicht allein mit Auffrischungsimpfungen beschäftigt. Wir erreichen auch die Menschen mit aktuell wieder steigendem Bedürfnis nach Grundimmunisierung. Unkompliziert, in der Fläche vor Ort. Mit rund 600 möglichen Impfungen pro Tag lassen sich über die 15 Mitarbeitenden des Impfteams Angebot und Nachfrage bisher gut abdecken.“