Industrie in Brandenburg
: „Faser - Stoff - Papier. Landart 2.0“ - Großderschau im Havelland wird Ausstellungsort

An der ehemaligen Bahnstrecke in Großderschau tut sich etwas. Am 4. Juli 2021 soll dort die Ausstellung „Faser - Stoff - Papier. Landart 2.0“ eröffnet werden.
Von
René Wernitz
Großderschau
Jetzt in der App anhören

Die von alten Bäumen gesäumte Bahnhofs- und Ladestraße in Großderschau wurde einst mit gelben Ziegelsteinen gepflastert. Die Straße führt zum früheren Bahnhofsgebäude, wo am 4. Juli 2021 die Ausstellung „Faser - Stoff - Papier. Landart 2.0“ eröffnet wird.

Sven Bardua

Von Kunst ist aktuell noch nichts zu sehen in Großoßderschau (Amt Rhinow), aber die beteiligten Künstlerinnen und Künstler arbeiten in ihren Ateliers intensiv an den Entwürfen. Mit Objekten und Installationen, unter freiem Himmel und digital, wollen sie sozusagen ein Labor- und Versuchsfeld an der ehemaligen Bahnstrecke in Großderschau bespielen. Auch zur Geschichte wird recherchiert.

Pflanzliche, tierische und chemische Fasern verarbeitet

Sven Bardua forscht zu regionalen Produktionsorten, die Fasern, Textilien oder Papier herstellten und verfolgt historische Verkehrsverbindungen. Tatsächlich gab es einst einige Industriebetriebe, die heute stillgelegt und teils als Denkmale erhalten sind, in denen pflanzliche, tierische und chemische Fasern verarbeitet wurden. Dazu zählten die die Hanffabrik in Bergerdamm, die Papierfabrik in Hohenofen, Bastfaserwerk in Rhinow und freilich auch das Chemiefaserwerk in Premnitz.

Bahnhof in Großderschau blieb erhalten

Der mehr als 100 Jahre alte Industriestandort an der Havel war über die Städtebahnlinie Treuenbrietzen - Neustadt/Dosse mit Großderschau direkt verbunden. Heute verkehrt die Bahnlinie nur noch zwischen Brandenburg/Havel, Premnitz und Rathenow. Doch ist das Bahnhofsgebäude in Großderschau noch erhalten. Dort wird die Ausstellung „Faser - Stoff - Papier. Landart 2.0“ am 4. Juli 2021 um 11.00 Uhr eröffnet. Das Kunstprojekt will im Rahmen des landesweiten Themenjahrs „Industriekultur“ eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schlagen. Im Internet wurde dazu ein Blog gestartet.