Kirchen in Rathenow: Coronavirus macht um Gläubige keinen Bogen
Der letzte Gottesdienst der evangelischen Sankt–Marien–Andreas–Gemeinde fand am bereits am 15. März in der Lutherkirche statt. Weitere wird es nicht geben. Pfarrer Andreas Buchholz verweist auf die seit vorigen Mittwoch geltende Rechtsverordnung im Land, die das öffentliche Leben einschränkt. Diese gilt zunächst bis zum 19. April. Neben Gottesdiensten fallen auch Gesprächskreise aus, ferner gibt es keine Hausbesuche mehr. Die Sankt–Marien–Andreas–Kirche ist dicht. Derweil ist das benachbarte Gemeindebüro zwar weiter erreichbar, aber nur um zuzuhören oder nachbarschaftliche Hilfe zu organisieren, so Buchholz. „Das sind alles bisher ungekannte Einschränkungen, gerade auch über Ostern. Aber es ist besser, die Maßnahmen zu befolgen, als in so einer Situation Fehler zu machen.“
Auf der Homepage der Gemeinde findet man jeweils aktuelle Informationen. Auch die jeweilige Predigt wird Pfarrer Buchholz online stellen. Die Leitung des Kirchenkreises Nauen–Rathenow empfiehlt zudem, sich den sonntäglichen Fernsehgottesdienst anzusehen. Jeden Sonntag, 10.00 Uhr, werden die Glocken der Lutherkirche zur Erinnerung an den Gottesdienst läuten.
„Die ausfallenden gemeinsamen Gottesdienste bedeuten auch finanzielle Einbußen, aber daran denke ich jetzt noch nicht. Ich höre unter den Menschen viel Jammern, aber auch ganz viel Positives. Die aktuelle Situation bietet auch die Möglichkeit für die Gesellschaft einmal runterzufahren, zu sich selbst zu finden und alltägliche Dinge wieder schätzen zu lernen“, meint der Pfarrer und Gemeindechef.
Auch die katholische Gemeinde feierte am 15. März ihren letzten gemeinsamen Gottesdienst. „Alle Gottesdienste im Erzbistum Berlin, einschließlich der Messen zu Ostern, sind zunächst bis zum 30. April abgesagt. Zudem sind Firmungen bis zum 15. Mai abgesagt. Die für 24. Mai in Rathenow geplante Erstkommunionsfeier steht auch in Frage. Mitte April wird noch einmal die Lage neu eingeschätzt“, so Pfarrvikar Markus Hartung aus der katholischen St.-Georg–Gemeinde. Allerdings fänden derzeit noch Haus– und Krankenbesuche und beispielsweise Krankensalbungen statt. Hartung hält die hiesigen Katholiken online auf der Gemeindeseite sowie im Schaukasten am Pfarrbüro auf dem Laufenden.
„Für die treuen Gemeindeglieder, die täglich in die Kirche kommen, ist es hart. Als Priester feiere ich die tägliche Heilige Messe stellvertretend für die Gemeinde. Zudem können die Gemeindemitglieder noch ihre Beichte im Beichtstuhl ablegen. Auch stille eucharistische Anbetungen durch einzelne Gemeindeglieder ist möglich“, sagt der Pfarrvikar. Sofern er in der Kirche anwesend ist, ist auch das Gotteshaus geöffnet, sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Auch Pfarrvikar Hartung empfiehlt tägliche Gottesdienste im Radio sowie jene, die im Fernsehen angeboten werden.
Das evangelische Gemeindebüro erreicht man telefonisch unter 03385/512390 sowie via www.ev–kirche–rathenow.de. Pfarrvikar Markus Hartung erreicht man unter 03385/503405. Katholische Gemeindeinfos gibt es online auf www.sankt–georg–rathenow.de.

