2020 war ein eher durchschnittliches Jahr, was die Zahl der Geburten in den Kreißsälen der Havelland-Kliniken betrifft. In Nauen und Rathenow kamen insgesamt 631 Babys zur Welt. Doch war das ein sattes Plus von 187 Neugeborenen gegenüber dem Vorjahr und ein Minus von 37 gegenüber dem Jahr 2018.
Der 2019er Geburtenknick im Tochterunternehmen des Landkreises Havelland resultierte aus der einjährigen Schließung des Kreißsaals in Nauen wegen Hebammen-Mangels. Seit 1. Januar ist nun das Pendant in Rathenow auch wegen dieser Mangelerscheinung dicht. Der Zehnjahres-Durchschnitt beläuft sich in den Havelland-Kliniken auf 645 Entbindungen.

Alternativen in anderen Städten

Als das Unternehmen im November 2018 den Kreißsaal im osthavelländischen Nauen geschlossen hatte, zog es etliche Schwangere nicht etwa nach Rathenow im Westen des Landkreises, sondern nach Berlin oder Potsdam. Da die Entbindungsstation des Städtischen Klinikums in Brandenburg an der Havel für viele Westhavelländerinnen weit näher liegt als die Klinik in Nauen, könnte es 2021 einen erneuten Geburtenknick geben. Immerhin hat die Klinik Rathenow 298 Babys in die Bilanz 2020 eingebracht.

Städtisches Klinikum erwartet vermehrt Schwangere aus Rathenow und Umgebung

Auf Anfrage im Städtischen Klinikum heißt es von dort, dass die Zahl der Geburten von 2019 zu 2020 um 35 auf 1.028 gestiegen waren. „Pro Monat sind im Schnitt circa. fünf Geburten dazu gekommen, aus dem Umkreis Rathenow sowie aufgrund der Pandemie-Situation im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam.“
Ferner heißt es, dass sich die Tendenz abzeichne, „dass wir auch in diesem Jahr vermehrt Schwangere aus Rathenow und Umgebung betreuen werden. Für die Monate Februar/März kommen 60 Geburtsanmeldungen aus diesem Umkreis.“ Doch gibt das Städtische Klinikum zu bedenken, dass bereits vor der geänderten Situation in Rathenow Frauen aus der westhavelländischen Region die Einrichtung als Geburtsklinik gewählt hätten.