Barnewitz (Amt Nennhausen) liegt aus notfallmedizinischer Sicht genau in der Mitte. Die Krankenhäuser in Rathenow, Nauen und Brandenburg an der Havel sind jeweils knapp 20 Kilometer (Luftlinie) entfernt. Erleidet jemand im Dorf einen Herzstillstand, könnte die Anfahrt des Rettungsdienstes zu lange dauern. Dem sind sich Amt und Dorf bewusst.  In Barnewitz werden daher Feuerwehrleute eine Ausbildung zu Ersthelfern (engl. First Responder) absolvieren. Ferner stellen sich Feuerwehrleute im Dorf Nennhausen der 60 Unterrichtsstunden umfassenden Ausbildung.

Lebensrettende Elektroschocks bei plötzlichem Herzstillstand

Ziel ist es, dass die beiden Feuerwehren genügend Ersthelfer vorhalten können, die bei Herzstillstand viel schneller als der Rettungsdienst vor Ort sein und auch Defibrillatoren sicher bedienen können. Mittels solcher Geräte, die die Feuerwehren in den Dörfern Nennhausen und Barnewitz erhalten, können lebensrettende Elektroschocks bei plötzlichem Herzstillstand verabreicht werden. Das Geld für Schulung und Geräte stammt aus dem havelländischen Demografie-Fonds, in den auch das Amt Nennhausen jährlich einzahlt.

Rund 3.000 Euro in einen eigenen AED investiert

Die Feuerwehren setzen auf Automatische externe Defibrillatoren (AED). Ein solches Gerät hat sich nun auch die Nennhausener Amtsverwaltung am Fouqué-Platz zugelegt. Die hierbei selbst getragenen Kosten belaufen sich auf rund 3.000 Euro. Amtsdirektorin Ilka Lenke (parteilos) lässt sich zur klaren AED-Empfehlung hinreißen. Die Geräte würden im Grunde automatisch funktinieren, sogar ungeübte Leute könnten einen AED bedienen.
Um aber im Notfall genau zu wissen, was zu tun ist, haben sich bislang schon 16 von 27 Mitarbeitern bereit erklärt, selbst eine Schulung zu absolvieren. Indessen wurde das Gerät in der Mitte der mittleren Verwaltungsetage an einer Wand befestigt.

Ilka Lenke plant auch Installation von Ersthelfer-App auf Diensthandys

Wie Ilka Lenke erklärt, könnte das AED-Gerät natürlich auch im Umfeld der Amtsgebäudes zum Einsatz kommen. Gründe für plötzlichen Herzstillstand gebe es einige. Aktuell plant sie auch die Installation einer Ersthelfer-App auf den Diensthandys der Mitarbeiter. Diese würde im Fall der Fälle alle registrierten Ersthelfer im nahen Umfeld eines 112-Notrufs alarmieren und zum Herzstillstand-Opfer leiten, während sich der Rettungsdienst auf dem Weg zum Einsatzort befindet. Mit jedem weiteren registrierten Ersthelfer wachsen die Überlebenschancen eines Betroffenen im sehr ländlich geprägten Amt Nennhausen.