In dieser astronomisch gesehen recht ereignisarmen Jahreszeit steht am Donnerstag, 10. Juni 2021, mal wieder ein Höhepunkt auf dem Programm - wenn auch nur ein bescheidener: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und bedeckt diese teilweise. Das nennt sich eine partielle Sonnenfinsternis.

Strodehne

Nur zu 20 Prozent verfinstert

Davon ist ohne Hilfsmittel nichts zu bemerken, denn der Anteil der Sonnenscheibe, der durch den Erdtrabanten verfinstert wird, beträgt nur rund 20 Prozent. Das bedeutet, der Beobachter muss schon mit speziellen Filtern zur Sonne schauen. Das geht am besten vom westhavelländischen Naturparkzentrum in Milow aus, wo am 10. Juni ab 10.00 Uhr die Veranstaltung „Tag der Sonne“ stattfinden soll und die Finsternis unter professioneller Anleitung beobachtet werden kann. Online-Informationen zum Sternenpark gibt es hier.

Warnhinweise für Betrachter

Ein Warnhinweis sei an der Stelle angebracht: Niemals darf ohne Spezialfilter mit einem Teleskop, Feldstecher oder auch nur einem Opernglas direkt in die Sonne geschaut werden! Schwerste Augenschäden bis hin zur Erblindung wären die Folge. Selbst mit den bloßen Augen ist die Beobachtung unmöglich, da die Sonne zur Mittagszeit viel zu grell ist um hineinzuschauen. Vielleicht hat jemand eine Sonnenfinsternisbrille herumliegen oder kennt einen astronomisch interessierten Bekannten, der einem den gefahrlosen Blick zur Sonne ermöglichen kann. Ansonsten wäre das Naturparkzentrum eine nahe liegende Möglichkeit.

Maximale Bedeckung um 12.36 Uhr

Das kosmische Schauspiel beginnt um 11.34 Uhr, wenn nach dem ersten Kontakt die Sonnenscheibe ein kleines bisschen angeknabbert wirkt. Die maximale Bedeckung ist dann um 12.36 Uhr erreicht. Um 13.41 Uhr ist mit dem zweiten Kontakt das Himmelsereignis auch schon wieder vorbei.

Im Norden ringförmige Sonnenfinsternis

Im Norden Grönlands sowie in Teilen Kanadas und Sibiriens findet eine so genannte ringförmige Sonnenfinsternis statt, bei der der Mond die Sonnenscheibe zentral überquert. Da er sich zu diesem Zeitpunkt nahe des erdfernsten Abschnitts seiner Umlaufbahn befindet, ist er etwas kleiner als die Sonnenscheibe und kann sie nicht vollständig bedecken. Ein heller Ring bleibt übrig.

Derzeit kurze und helle Nächte

Ansonsten verläuft der Monat Juni mit seinen kurzen und hellen Nächten für Freunde der Astronomie recht ereignislos. Die beiden großen Planeten Jupiter und Saturn bringen sich in der zweiten Nachthälfte immer besser in Position und können vor der Morgendämmerung gut mit einem Teleskop im Südosten beobachtet werden.

Eiswolken in rund 83 Kilometer Höhe

Wer mag, kann nun wieder nach nachtleuchtenden Wolken Ausschau halten. Diese dünnen Eiswolken in rund 83 Kilometer Höhe sind im Juni und Juli öfter am nördlichen Himmelsabschnitt zu beobachten. Die silbrig-bläulich glänzenden Wolken werden durch ihre Höhe von der nur niedrig unter dem Horizont stehenden Sonne noch angestrahlt, während alle anderen Wolken in Dunkelheit getaucht sind. Am besten sind sie in der Abend- und Morgendämmerung zu sehen.

Sommersonnenwende am 21. Juni

Am 21. Juni um 5.32 Uhr erreicht die Sonne ihren höchsten Stand über dem Himmelsäquator. Die Sommersonnenwende ist erreicht. Von diesem Tag an werden die Tage wieder kürzer, und es geht auf den Winter zu. Zuvor können wir aber hoffentlich noch ein bisschen den Sommer genießen.