Havelberg und Tangermünde in Sachsen-Anhalt sowie Rathenow in Brandenburg könnten als Einheit ein touristisch interessantes Städtedreieck bilden. Die Region, die die Kommunen eingrenzen, ist der Elb-Havel-Winkel. Geschichtlich gesehen, gibt es einige verbindende Elemente.

Bestandteile von Alt- und Mittelmark in Brandenburg

Im Ursprung etwa gehörten die Orte zur Mark Brandenburg, wobei das havelländische Rathenow Teil der Mittelmark war. Havelberg und Tangermünde zählen sich noch heute zur Altmark. Von Havelberg nach Rathenow (Havel) und Tangermünde (Elbe) sind es jeweils rund 40 Kilometer.  Die Distanz zwischen  den südlich gelegenen Städte beträgt auf der Bundesstraße 188 nur etwa 30 Kilometer.

Burgen an Elbe und Havel

Gerade die Ost-West-Wegebeziehung war für Rathenow einst die wichtigere. Denn dabei mussten Händler und Reisende die Havel überqueren, was Geld in die Stadtkasse spülte. Zu den Reisenden gehörten mitunter die Landesherren. In Tangermünde und Rathenow hatten die hochmittelalterlichen Askanier je eine Burg geschaffen, die auch ihren Aufenthalten gedient haben dürften.

Ein bevorzugtes Jagdrevier und die nördliche Residenz

1319 ist das Jahr, in dem Markgraf Waldemar der Havelstadt seinen dortigen Wald übereignete, über den die Stadt noch heute verfügt. Dieser war einst ein bevorzugtes Jagdrevier. Schon seit 1295, als Rathenow das Stadtrecht erhielt, gibt es keine Burg mehr. Indessen hat sich das historische Objekt an der Elbe zu einem Schloss entwickelt. Maßgeblich daran beteiligt war Kaiser Karl IV. aus Prag, der nach Erwerb der Mark Brandenburg (1373) die Burg Tangermünde zu seiner nördlichen Residenz auserkoren hatte.

Viele reizvolle Gebäude aus alter Zeit

Havelberg verfügte über keine Burg, hat dafür den noch heute existierenden Dom, der auch als Wehranlage konzipiert wurde. So wie Tangermünde übt auch Havelberg durch viele alte Gebäude  besondere Reize auf historisch interessierte Touristen aus. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs waren weit geringer als die in Rathenow.

Saisoneröffnung im Optikpark

Noch bis in die 1990er Jahre hinein war die  Sankt-Marien-Andreas-Kirche eine Ruine. In der Weise wie das Rathenower Wahrzeichen wieder aufgebaut und Wohnhäuser auf dem Kirchberg saniert wurden, wuchs auch an anderen Stellen der Stadt das touristische Potenzial. Der an Havelwasser gelegene Optikpark, der zur Landesgartenschau (LAGA) 2006 entstand und Teil der Bundesgartenschau  (BUGA) 2015 war, will am Samstag, 17. April 2021, die Besuchersaison eröffnen. Durch die dortige Weinbergbrücke ist der Park mit den touristisch reizvollsten Stellen der Innenstadt verbunden.