Die Energiewende trägt zum Erhalt des gewohnten Klimas bei. Zu Opfern werden dabei aber viele Vögel. Denn die riesigen Windkraftanlagen, von denen es beispielsweise allein auf der Nauener  Platte etwa 200 gibt, haben für Störche, Greife und Co. so manche tödlichen Tücken.
Strommasten bzw. -leitungen zählten einmal zu den großen Todesfallen. Unfälle seien inzwischen seltener geworden, sagt Torsten Langgemach, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Buckow (Amt Nennhausen). Denn die Betreiber müssten die Leitungen isolieren und die sogenannten Mastköpfe vogelsicher machen. Dadurch hätten Todesfälle etwa bei Weißstorch und Seeadler deutlich abgenommen.

Windkraftanlagen sind eine Hauptunfallquelle

Langgemach nennt Windkraftanlagen als eine Hauptunfallquelle.  Allerdings rät er bei der Betrachtung zur Vorsicht: „Das Aufrechnen der Ursachen macht keinen Sinn.“ Der Experte plädiert vielmehr dafür, Lösungen zu finden, wie sich diese Unfälle vermeiden lassen.
Etwa bei Windkraftanlagen sind nicht nur die Rotoren gefährlich. Viele Vögel fliegen schlicht gegen die Masten, und das endet allzu oft tödlich. Aber warum fliegen die Vögel überhaupt dagegen? Sind Mast und Rotor nicht groß genug, um nicht übersehen werden zu können?

Jagende Rotmilane blicken nach unten

Torsten Langgemach liefert plausible Erklärungen. Zunächst sei da das Jagdverhalten zu nennen. Denn tatsächlich sei gerade der Rotmilan ein häufiges Opfer solcher Kollisionen. „Wenn der Rotmilan über den Acker oder die Wiese fliegt, schaut er nach unten. Denn da unten auf dem Boden befindet sich seine bevorzugte Beute“, so Langgemach.
Was so einem Beutegreif selten bis gar nicht im Leben passiert, ist der Zusammenstoß mit einem anderen Vogel im Flug. Für gewöhnlich muss er auf die direkte Umgebung nicht achten. Anders als wir Menschen schaut er nicht in die Richtung seiner Bewegung. Und so übersieht man auch mal trotz sprichwörtlicher Adleraugen einen dicken Masten oder  Rotorblätter. „Hochgerechnet sterben etwa 300 Rotmilane pro Jahr in Brandenburg durch Windkraftanlagen“, so Langgemach.

Himmel und Anlagen farblich zu ähnlich

Zudem, so erläutert der Vogelschützer im Hauptberuf, könnten viele Vögel die grauen oder blaugrauen Masten nicht vor dem Hintergrund eines blaugrauen Himmels unterscheiden. Das würde ihnen besser gelingen, wenn die Masten beispielsweise grün wären. Möglicherweise steckt also ein Teil der Lösung in Farbeimern.