Premnitzer See: Tagebau endete 1913 nach Wassereinbruch

Blick zur bis zu 15 Meter tiefen Tongrube in Premnitz, aus der nach einem plötzlichen Wassereinbruch im Jahr 1913 ein See wurde.
privatWährend aus der „Helene“ genannten Grube bei Frankfurt (Oder) bis 1958 Braunkohle gefördert wurde, befand sich in Premnitz eine Tongrube. Betrieben wurde diese durch die „Märkische Ziegelei und Tonwarenfabrik“, wie es auf www.premnitz.de heißt. Die Förderung von Ton soll bereits in bis zu 15 Meter Tiefe erfolgt sein, als ein plötzlicher Wassereinbruch die Grube flutete. Das war 1913.
In der Folge entstand der See, ein Kleinod in der Stadt, die zunächst ein wichtiger Standort für die Rüstungsindustrie wurde. Dort wurden Explosionsstoffe für Munition hergestellt. „1916 wurden rund um den See villenartige Wohnhäuser für die höheren Angestellten der damaligen Pulverfabrik erbaut. Diese Bauten stehen heute unter einem besonderen baulichen Schutz“, wie online weiter berichtet wird.
Später wurde Premnitz eine bedeutende Chemiearbeiterstadt, heute gibt sich die Kommune an der Unteren Havel als „Stadt voller Energie“. Längst ist der Premnitzer See eine Naherholungszone. Natur–Badestellen üben insbesondere im Sommer ihre Reize aus. „In den vergangenen Jahren wurde das Umfeld des Sees gestaltet und ein reizvoller Rundwanderweg mit Sitzgelegenheiten angelegt“, wie es abschließend im kleinen Beitrag über den See auf der städtischen Website heißt.
Demnach ähneln sich der Premnitzer und der Helenesee auch in ihrer heutigen Bedeutung für Erholungssuchende. Derweil unterscheiden sie sich erheblich in der Größe. Das Gewässer in der havelländischen Stadt ist nur knapp fünf Hektar groß, der See bei Frankfurt (Oder) bringt es auf rund 220 Hektar, bei einer Tiefe von bis zu 56 Meter.