Rathenow – Wiege der optischen Industrie: Nachschub in Kulturzentrum: Sachbuch wieder erhältlich

Vom Sachbuch "Rathenow – Wiege der optischen Industrie" erhielt das Kulturzentrum Rathenow dieser Tage Nachschub. Kurz nach Erscheinen waren alle Exemplare bereits vergriffen.
Sylvia Wetzel„Nach vier Jahren zähen Ringens ist es mit diesem Buch gelungen, erstmals einen umfassenden Bogen von der Geschichte der optischen Industrie seit ihren Anfängen, über die gegenwärtige Situation bis hin zu einem Ausblick auf die Zukunft zu schlagen“, so Randolph Götze, Vorstandssprecher der optic alliance brandenburg berlin e.V. (oabb). Herausgeber sind der bereits 2017 verstorbene Joachim Mertens sowie Dr. Bettina Götze. Die Geschäftsführerin der Kulturzentrum Rathenow GmbH ist Historikerin und Leiterin des im Haus mit ansässigen Optik-Industrie-Museums.
Mertens hatte die Buch-Idee, Götze führte das Projekt weiter. Insgesamt 13 Autoren waren beteiligt. Einige waren teils Jahrzehnte lang in der Branche tätig. So wie Hans Kopp, einst Geschäftsführer der Rathenower Optischen Werke (ROW). Er steuerte das Kapitel „Die Rathenower Brillenglasherstellung“ bei.
„In diesem Buch ist ein wichtiger Teil der Rathenower Identität und der des Landes Brandenburg verewigt“, so der in der Altmark wohnende und in Berlin tätige Dr. Rainer Karlsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, in einem 45-minütigen Vortrag während der Buchpräsentation am 14. November.
„Bereits Duncker hatte ein gesamtunternehmerisches Denken, von der Produktion bis zur Vermarktung“, wies oabb-Vorstand und Ladenbau-Unternehmer Peter Poschmann darauf hin, dass in Rathenow noch heute von der gesamten Produktion bis zur Ausstattung der Optikerläden alle Produktions- und Vermarktungsschritte mit Unternehmen in Rathenow sowie die Aus- und Weiterbildung und Traditionspflege vertreten sind.
Im Jahr 1989 waren im VEB Rathenower Optische Werke, als größtem Arbeitgeber der Stadt, 4.245 Menschen beschäftigt. Dazu kamen weitere 650 im Betriebsteil Osterburg/Werben. Anfang der 1990er Jahre wurden aus dem Unternehmen heraus 15 Firmen neu gegründet. Aus zirka 250 Arbeitsplätzen Mitte der 1990er Jahre sind bis heute etwa 1.300 geworden. Größter Arbeitgeber in der Branche ist Brillenriese Fielmann.
Auf knapp 250 Seiten beschreiben die Autoren, darunter auch Mertens’ Sohn, Stefan Mertens, in 13 Kapiteln die Geschichte der optischen Industrie, die 1801 in Rathenow ihren Anfang durch J.H.A. Dunckers Aktivitäten nahm. Das Buch „Rathenow – Wiege der optischen Industrie“ erschienen im Verlag für Berlin-Brandenburg, enthält rund 270 Fotos und Abbildungen. Es ist auch im Buchhandel erhältlich.