RE4 im Havelland: Region Rathenow fordert Taktverdichtung im Bahnverkehr

Taktverdichtung bei der RE4: Das Amt Nennhausen fordert einen stündlichen Halt des Regionalexpress’ in Nennhausen (Foto) und Buschow.
WeberDabei sehen die Bürgermeister und Amtsdirektoren des Westhavellands zwei große Knackpunkte. Die Fertigstellung des Stammbahn–Projekts ist erst für 2034 geplant. Zwischen dem Abzweig Bamme und dem Abzweig Ribbeck soll dafür ein drittes Gleis gebaut werden, um den Regional– vom Fern– und Güterverkehr zu entkoppeln. Auf diesem 17 Kilometer langen Abschnitt liegen derzeit nur zwei Schnellbahngleise.
Die Hauptverwaltungsbeamten der westhavelländischen Kommunen fordern eine Taktverkürzung zwischen Rathenow und Berlin auf 30 Minuten, zumindest in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs — und das möglichst schon vor 2034. Dies soll die Landesregierung prüfen. „Seit 2017 stehe ich, in Absprache mit dem Wustermarker Bürgermeister, zur Landesnahverkehrsplanung im Schriftverkehr mit dem Bundesverkehrsministerium“, so die parteilose Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke. „Jetzt wollen wir geschlossen mehr Druck machen. Auch um einen stündlichen Halt in Buschow und Nennhausen zu erreichen.“
Für die Stadtverordnetenversammlung Premnitz am 12. März ist ein entsprechender Beschluss vorbereitet, mit dem die Premitzer einen halbstündigen Takt zwischen Rathenow und Berlin fordern und die Landesregierung auffordern, eine bessere und häufigere Anbindung der Gemeinden durch die RE4 an die Metropole Berlin möglichst noch vor 2034 zu erreichen. „2022 wird die Betreibung der RE4 neu ausgeschrieben“, so Bürgermeister Ralf Tebling (SPD). „Dabei hoffen wir auch auf eine Verbesserung für die Fahrgäste, zumindest durch das anhängen zusätzlicher Wagen in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs.“ Ähnliche Beschlüsse werden in den anderen Kommunen vorbereitet. Auch der Landrat Roger Lewandowski (CDU) hat angekündigt, dass sich der Kreistag gegenüber dem Land entsprechend positionieren will. Zudem sucht Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) auch das Gespräch mit seinem Parteikollegen, dem in Potsdam neu ernannten Infrastruktur–Staatssekretär Rainer Genilke. „Bereits die neue Ministerin und Chefin der Staatskanzlei, Kathrin Schneider, befürwortete als Infrastrukturministerin zuvor unsere Forderungen“, so Milower–Land–Bürgermeister Felix Menzel (SPD). Unterstützung von Landtagsabgeordneten haben die Kommunen sicher. Der verkehrspolitische Sprecher der Linke–Fraktion, Christian Görke, stellte zu diesem Thema in den letzten Wochen zwei Anfragen im Landtag. Eine Taktverkürzung auf der RE4–Linie müsste das Land bei der Bahn bestellen.