RE4: Taktverdichtung bislang nicht bestellt

Gefordert wird, dass der RE4 halbstündlich verkehrt - und das schon lange vor 2034.
Patrik RachnerDer Ausbau der quer durchs Havelland führenden Strecke nach Hannover (auch durch die Kreisstadt Rathenow) gilt als Grundvoraussetzung für die geforderte Fahrttaktverdichtung des RE4 (Rathenow — Berlin) auf einen Halbstundentakt. Die bisher stündliche Verbindung aus dem Westhavelland nach Berlin ist jetzt schon zu den Stoßzeiten überfüllt. Es müsse klar werden, dass die Zeitschiene bis 2034 so nicht akzeptiert wird. „Wir müssen Druck machen“, so Landrat Roger Lewandowski (CDU) in Ribbeck, wo mit ihm das brandenburgische Kabinett um den Ministerpräsidenten zu einer Sitzung gastierte.
Fast schien das Thema durch zu sein, da meldete sich der CDU–Landtagsabgeordnete Michael Koch per Pressemitteilung zu Wort. Er informierte über die Antwort auf seine Frage, die er am Donnerstag im Rahmen der Plenarsitzung des Brandenburger Landtags an die Regierung gerichtet hatte. Koch wollte in Erfahrung bringen, ob noch vor Fertigstellung des Ausbaus der Lehrter Bahn ein Antrag bei der Deutschen Bahn gestellt werde, um eine Taktverdichtung des RE4 zur Hauptverkehrszeit zu ermöglichen.
Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) habe wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation gemacht, so der Landtagsabgeordnete. Vor dem Jahr 2022 sei eine Bestellung durch das Land nicht zu realisieren. Als Gründe habe die Ministerin angeführt, dass in den Morgenstunden keine freien Kapazitäten durch die DB Netz AG gemeldet worden seien. Weiterhin fehle es an ausreichendem Wagenmaterial.
Kritisch merkt Koch an, dass ein Vertreter der Bahn bei zwei Informationsveranstaltungen zum Ausbau der Strecke moniert hätte, dass das Land Brandenburg noch keine Anträge zur Taktverdichtung gestellt habe. In Kochs Pressemitteilung wird ein Kommentar des CDU–Kreistagsabgeordneten Corrado Gursch zitiert: „Es ist unverständlich, warum nun wieder auf die Bahn verwiesen wird. Das Land war und ist weiterhin als Besteller der Verkehrsleistung verantwortlich für den gesamten Nahverkehr und damit auch für die Taktverdichtung des RE4“.
Michael Koch meint derweil: „Die Menschen vor Ort haben ein Recht auf die optimale Bahnanbindung. Dafür muss das Land, das dafür hunderte Millionen Euro an Regionalisierungsmittel vom Bund bekommt, auch sorgen. Spätestens bei der Neuvergabe der Strecke im Jahr 2022 muss es eine Verbesserung geben“.