Auch 2021 beteiligt sich der Landkreis Havelland am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Dieser findet alljährlich am 25. November stattfindet. Am  Mittwoch haben die Erste Beigeordnete des Kreises, Elke Nermerich, die Kreistagsvorsitzende Barbara Richstein sowie Jana Reinhardt vom Unabhängigen Frauenverein Rathenow vor dem Kreishaus in Rathenow eine entsprechende Aktionsfahne gehisst.

Durch Corona mehr häusliche Gewalt

„Als Landkreis unterstützen wir den Aktionstag seit vielen Jahren, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen“, sagte Elke Nermerich. „Die Corona-Zeit mit ihren Lockdowns hat die Problematik der häuslichen Gewalt an Frauen leider verschärft. Zudem gibt es in diesem Bereich eine große Dunkelziffer. Umso wichtiger ist es, dass wir öffentlich ein Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen setzen. Ein starkes Hilfesystem ist elementar, um schutzbedürftigen Frauen und - ganz wichtig - auch deren Kindern Halt und Schutz zu bieten.“

 Frauen sollen ihr Schweigen brechen

Auch 20 Jahre nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes wüssten noch zu wenige Frauen von den Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen, ergänzte die Kreistagsvorsitzende Barbara Richstein. „Wir müssen auf den Kriminalitätsbereich häuslicher Gewalt aufmerksam machen und die Frauen ermutigen, ihr Schweigen zu brechen.“

Mehr Frauenhausplätze gefordert

 Jana Reinhardt verwies in diesem Zusammenhang auf die neue Bundeskriminalstatistik: „Im vergangenen Jahr sind wieder mehr Frauen in Deutschland durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet worden – insgesamt 139.“ Sie wünscht sich, dass regionale Netzwerke aufgebaut werden, damit von Gewalt betroffene Frauen besser unterstützt werden können. „Es braucht auch mehr Frauenhausplätze, spezialisierte Angebote aber auch mehr Täter- und Präventionsarbeit.“