Am 21. und 22. August laden Künstler der Region zu sich ein. Wegen der  dritten Corona-Welle war das für Anfang Mai 2021 geplante havelländische Aktionswochenende „Tage des offenen Ateliers“ verschoben worden. Die Besucher können erst jetzt ihren Gastgebern bei der Arbeit über die Schultern schauen, deren Werke bestaunen sowie auch erwerben, mit ihnen ins Gespräch kommen oder gar die eigenen künstlerischen Fähigkeiten erproben.

„Kreativoase“ seit zehn Jahren Atelier in Gülpe

Für das Mai-Wochenende hatte sich Künstlerin Jordis Hammer besonders vorbereitet. Sie wollte in Gülpe das zehnjährige Bestehen ihrer „Kreativoase“ mit den Besuchern feiern. Diese hatte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Ingolf am 1. Mai 2011 eröffnet. Das wird am kommenden Wochenende nachgehholt. An beiden Tagen, 11.00 bis 18.00 Uhr, öffnet die vielseitige Malerin ihr Atelier.

Umzug ins Havelland: beim Urlaub in Semlin auf den Geschmack gekommen

„Seit 2004 machten wir regelmäßig in Semlin Urlaub und überlegten im Jahr 2008 im Havelland eine Ferienwohnung zu kaufen. Dann entschieden wir uns für eine kleine Pension für Malgäste mit Atelier und fanden in Gülpe ein Grundstück. Mich mit einem eigenen Atelier selbstständig zu machen, war schon immer mein Traum“, so Jordis Hammer. Sie stammt aus Thüringen, wo sie aufwuchs und ihren Ehemann kennenlernte.  1990 zogen beide nach Nordrhein-Westfalen 2009 führte der Lebensweg ins Havelland.

Urlauber im Dorf? - Daran glaubte keiner

Die alte Dorfschmiede bauten Hammers zu ihrem wohhnhaus samt Atelier und Pension aus - ohne Fördergelder, wie sie betonen: „Damals glaubte keiner daran, dass es Urlauber je nach Gülpe ziehen würde“.
Heute kommen nicht nur malende Gäste, sondern auch Natur- und Astrofreunde und ganz normale Touristen, vermehrt mit Rad, die im Dorf Entspannung suchen. Nachts gilt Gülpe als finsterster Ort in Deutschland, was beste Sicht zu den Sternen bietet. Am ersten September-Wochenende ist dort wieder Westhavelländer Astro-Treff (WHAT) mit zahlreichen Sternenguckern.
„Die Milchstraße über Gülpe“ hatte Jordis Hammer ein Acrylbild genannt, das sie schon vor Jahren malte. Knapp 50 ihrer Werke - zumeist westhavelländische Landschaften und Ortsansichten - zeigt die Künstlerin noch bis 29. August 2021 in der Rathenower Sankt-Marien-Andreas-Kirche.

Liste aller Teilnehmer auf Internetseite des Landkreises Havelland

Am Aktionswochenende „Tage des offenen Ateliers“ beteiligen sich im Westhavelland ferner Künstler in Kotzen, Großwudicke, Bahnitz, Jerchel, Zollchow, Nennhausen,  Premnitz und Rathenow. Genaue Angaben mit Nennung der Gastgeber und ihrer Ateliers findet man auf der Internetseite des Landkreises Havelland.