Sternenpark Westhavelland: Unerwartet heller Komet Neowise

Komet NEOWISE (C2020 F3) fotografiert im Sternenpark Westhavelland.
Thomas BeckerEin Komet ist in der Regel ein mehrere Kilometer großer Brocken aus gefrorenem Stein, Staub und Gas. Die meiste Zeit ist er weit draußen im Sonnensystem unterwegs und nicht zu beobachten. In der Nähe der Sonne allerdings wird durch deren Hitze und Strahlung das gefrorene Gas verdampft und reißt dabei auch Staub mit sich. Die kleinen Gasteilchen werden dann vom Teilchenwind der Sonne weggedrückt, die größeren Staubteilchen verteilen sich auf der Bahn des Kometen.
Im Idealfall sind also sogar zwei Schweife zu sehen, wie es bei NEOWISE der Fall war. Der gerade, schmale, bläuliche Gasschweif war jedoch nur mit der Kamera abzubilden. Dagegen war der gebogene, weißliche Staubschweif von mehreren Grad Länge schon mit dem bloßen Auge gut zu erkennen und machte den Kometen zu einer tollen Erscheinung.
Am 3. Juli befand sich der Komet in seiner sonnennächsten Position, an der ein Komet die größte Helligkeit entwickelt. Danach entfernte er sich zwar wieder von der Sonne, näherte sich aber weiter der Erde, so dass mit schwächer werdender Mitternachtsdämmerung die Kometenerscheinung immer spektakulärer wurde. Am 23. Juli befand er sich dann mit einem Abstand von 103 Millionen Kilometern in Erdnähe. Von da an wurde er leider sehr schnell schwächer, und schon Ende Juli wurde er für das Auge unsichtbar. Mit einem Teleskop kann er aber noch ein paar Wochen verfolgt werden. Danach führt ihn seine Bahn wieder weit weg von uns und der Sonne, so dass er erst in etwa 6.800 Jahren wiederkehren wird.
Staubteilchen aus Kometenschweifen sind die Ursache für Sternschnuppenströme, wenn sie mit der Erdatmosphäre kollidieren. Für einen besonders schönen Strom ist der August bekannt, die Perseiden. Dieses Jahr sind sie in den Nächten zum 12. und besonders zum 13. August gut zu beobachten. Der abnehmende Halbmond stört nicht mehr sehr stark, so dass ein Beobachter bei guten Wetterbedingungen mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde sichten kann. Insgesamt tauchen bis zu 100 Meteore pro Stunde auf, wie die Sternschnuppen wissenschaftlich korrekt bezeichnet werden.
Wie bei Komet NEOWISE werden sich bei guten Bedingungen wieder viele Besucher in den Sternenpark Westhavelland aufmachen, um das Ereignis zu beobachten. Eine Decke oder ein Liegestuhl genügen dafür, um sich am Wegesrand ein schönes Plätzchen zu suchen. Bitte verlassen Sie bei der Beobachtung die Wege nicht. Gute Plätze sind via www.sternenpark–westhavelland.de zu finden.
Veranstaltungen im Sternenpark
12. August, 21.00 Uhr: „Die Nacht der Perseiden" — Vortrag und Beobachtung von und mit Rolf König auf dem Sportplatz Milow, allerdings nur bei gutem Wetter. Anmeldungen per E–Mail oder unter 03386/211227.
22. August, 22.00 Uhr: „Sternenwanderung“ — Nachtwanderung mit Marion Werner in Strodehne. Mehr Infos auf www.marion–werner.de. Anmeldungen per E–Mail an marion.werner@freenet.de oder unter 033875/90192.
Der für August geplante Westhavelländer Astrotreff (WHAT) wurde wegen der Corona–Pandemie auf 2021 verschoben.