Sturm in Rathenow
: Wind, Dürre und Borkenkäfer – wieder erhebliche Schäden im Stadtwald, Förster Querfurth zunehmend ratlos

Auf Sturm Xavier folgten Dürrephasen und Borkenkäfer. Zuletzt sorgten nacheinander Ylenia, Zynep und Antonia für Schäden im Wald der Stadt Rathenow. Bei Förster Thomas Qerfurth macht sich allmählich Ratlosigkeit breit.
Von
René Wernitz
Rathenow
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Thomas Querfurth ist in Rathenow der Stadtförster. Seit dem Jahr 1319 verfügt die Kommune über eigenen Wald. Zuletzt haben diesem die Stürme Ylenia, Zynep und Antonia zugesetzt, davor Dürre, Borkenkäfer und Sturm Xavier.

Archiv Simone Weber

Man sollte meinen, bei Winterstürmen seien wegen kahler Laubbäume die Schäden geringer. Doch wachsen in brandenburgischen Wäldern vornehmlich Kiefern. Auch in Rathenow. Hier macht ihr Anteil etwa zwei Drittel aus. Zuletzt fegten nacheinander die Stürme Ylenia, Zynep und Antonia auch über das Havelland. Für Rathenows Wald, dieser befindet sich seit dem Jahr 1319 in kommunalem Eigentum, geht Stadtförster Thomas Querfurth nach ersten Sichtungen von rund 1.500 Raummeter Schadholz aus, zumeist bei Kiefern.

Neben dem Revierförster gibt es nur zwei Waldarbeiter, mit denen alle Aufgaben bewältigt werden. Etwas missmutig erklärt Querfurth auf Anfrage: „Die Aufarbeitung der Schäden wird sehr aufwendig und viel Zeit in Anspruch nehmen. Angesichts immer häufiger und heftiger auftretender Sturmereignisse macht sich in der Forstwirtschaft Ratlosigkeit breit, wie solche Schäden immer wieder zeitnah ausgeglichen werden sollen.“

Auf Sturm Xavier folgten Dürren und Borkenkäfer

Etwa 1.900 Hektar groß ist der Rathenower Stadtwald. Was Sturm Xavier im Oktober 2017 umgepustet hatte, konnte mit Buchen und Eichen wieder aufgeforstet werden. Besorgniserregender sind für Querfurth die Schäden, die aus den beiden Folgejahre 2018 und 2019 resultieren, als lange Dürrephasen zunächst für Trockenheit gesorgt hatten. Diese förderte sodann den Schädlingsbefall, weil die geschwächten Bäume ihren natürlichen Schutz gegen Borkenkäfer & Co. verloren hatten. Mitunter gaben auch Krankheiten den Bäumen den Rest. Laut Stadtförster müssten hier noch rund 18 Hektar wieder aufgeforstet werden. Da nun zunächst wieder Sturmschäden beseitigt müssen werden, verschiebt sich diese Aufgabe weiter.

Waldumbau aktuell nicht möglich im Stadtforst

Überhaut sei wegen der Witterungs- und Schadensereignisse seit 2017 an den geplanten Waldumbau nicht zu denken, so Querfurth. Die Beseitigung der Schäden und insbesondere die Verkehrssicherung würden den größten Teil der Arbeiten in Anspruch nehmen. Aktuell besteht der Stadtforst zu rund 36 Prozent aus Laub- oder Mischwald (690 Hektar).