Vom 6. bis 9. Januar 2022 fand zum 16. Mal die bundesweite NABU-Aktion „Winterstunde der Vögel“ statt. Ziel war es einmal mehr, ein sowohl deutschlandweites als auch regional möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in Städten und Dörfern zu erhalten. Um exakte Bestandszahlen ging es erneut nicht, sondern vielmehr darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln.
Aus dem Landkreis Havelland wurden Zählungen an 298 Stellen gemeldet. 507 Leute beteiligten sich an der Mitmachaktion und haben 12.448 Wintervögel gezählt. Notiert und übermittelt wurde die höchste Anzahl jener Vogelarten, die binnen einer Stunde zu sehen waren.
Laut NABU-Auswertung liegt im Havelland der Haussperling mit 10,25 Tieren pro Stelle und Stunde unangefochten auf Platz 1. Es folgt die Kohlmeise (4,75). Auf den weiteren Plätzen: Feldsperling (4,73), Blaumeise (3,16), Amsel (2,23), Elster (1,70), Ringeltaube (1,31), Grünfink (1,14), Nebelkrähe (1,09) und Rotkelchen (1,05). Gegenüber dem Vorjahr sind die Veränderungen in der Rangliste der besten 10 gering. Kohlmeise und Feldsperling tauschten ihre Position, ebenso Nebelkrähe und Grünfink.

Kohlmeise in beinahe jedem Garten

Würde man einen Vergleich darüber anstellen, wie häufig eine Vogelart in Prozent, unabhängig von ihrer Anzahl, in allen Gärten beobachtet wurde, ergibt sich eine andere Rangliste. Mit 93,62 Prozent kommt die Kohlmeise nahezu in jedem Garten vor. Dicht gefolgt von Amsel (86,58 Prozent) und Blaumeise (82,89 Prozent). Die weiteren Plätzen belegen: Rotkehlchen (73,49), Haussperling (72,82), Elster (64,43), Ringeltaube (47,32), Feldsperling (46,31), Nebelkrähe (30,87) und Grünfink (28,19 Prozent).
Im Vergleich mit dem landesweiten Ergebnis unterscheidet sich die havelländische Rangliste der zehn häufigsten Vogelarten kaum. In Brandenburg steht der Buchfink auf Platz 9, der im Havelland erst auf Platz 15 zu finden ist. In der Region auf Platz 10 stehend, findet man das Rotkehlchen in der landesweiten Liste erst auf Platz 12.

Im Westhavelland gab es „Schulstunde der Wintervögel“

Sicher wäre die Beteiligung an der NABU-Mitmachaktion um einiges größer, würden Kenntnisse über heimische Vogelarten besser sitzen. Wer dennoch das kleine ornithologische Abenteuer wagte, fand Bestimmungshilfen auf der Webseite des NABU.
In Vorbereitung der Aktion im westlichen Havelland hatte NABU-Koordinatorin Sophia Dehn den Schülern der Kleinen Grundschule in Großwudicke (Milower Land) und der Kleinen Grundschule in Hohennauen (Amt Rhinow) das Thema im Rahmen einer „Schulstunde der Wintervögel“ in Theorie und Praxis nähergebracht. Davon können die Grundschüler sicher auch im nächsten Frühling zehren. Vom 13. bis 15. Mai 2022 kommt es zur 18. NABU-Auflage der „Stunde der Gartenvögel“.
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