Dass freilaufende Katzen verschwinden, ist kein Phänomen. Es gibt einige Gründe, weshalb die Haustiere nicht zurückkehren. In Rathenow-West werden seit 2021 drei Katzen vermisst, von denen die BRAWO-Redaktion erfahren hat. Das allein stellt wohl noch keine ungewöhnliche Häufung dar. Wenn aber, wie im Dezember geschehen, zwei Katzen aus der selben Straße verschwinden und zudem zeitnah, lässt das vor allem die Besitzer ins Grübeln kommen.

Letztmals in Rathenow gesehen am 21. und 22. Dezember 2021

Trixi wurde das letzte Mal am 22. Dezember 2021 gesehen. Am Tag zuvor verschwand Mogli. Beide sind in der Clara-Zetkin-Straße zuhause, leben nur wenige Häuser von einander entfernt. Die Halter, die Familien König und Frömmich, haben sich nun an BRAWO in Rathenow gewandt.
Ines Frömmich hegt den schlimmen Verdacht, dass die Katzen gestohlen sein könnten. Rechnet man Ylvi aus Rathenow-West hinzu, die die Besitzerin am 5. Dezember 2021 via ebay-Kleinanzeigen als vermisst gemeldet hat, verstärkt das nur den Verdacht.

Yoshi aus Pfarrer-Fröhlich-Straße vermisst seit 6. März 2021

Kein glückliches Ende haben bislang die Suchmeldungen der Familie Walter aus der Pfarrer-Fröhlich-Straße in Rathenow-West genommen. Am 6. März 2021 war ihr Kater Yoshi verschwunden. Walters hatten sich seinerzeit an BRAWO gewandt und auch eine Suchmeldung auf www.tasso.net abgesetzt.
In einem Radius von 15 Kilometer um Rathenow sind aktuell 42 Katzen bei Tasso als vermisst gemeldet. Allerdings sind die meisten Meldungen schon älter als ein Jahr. Die älteste stammt aus dem Jahr 2000. Mogli und Trixi sind dort noch nicht gemeldet.

Häufung in Rathenow-West?

Auf Anfrage sagt Jutta Schütze, Vorsitzende des Tierschutzvereins Rathenow, dass es im Westhavelland im Vorjahr zu 44 Vermisstenfällen bei Katzen kam, von denen der Verein erfahren hat. Davon verschwanden allein in Rathenow 14 Katzen im Laufe des Dezember 2021. Nach Rücksprache mit Tierärztin Dr. Edda Kny, die in Rathenow-West tätig ist, spricht Jutta Schütze von einer Häufung in diesem Bereich.

Katzen in eine Lebendfalle gelockt?

Yoshis Besitzer gehen davon aus, dass mitunter Leute aus der Nachbarschaft, die keine Katzen mögen, für das Verschwinden verantwortlich sein könnten. In Lebendfallen gelockte Katzen könnten kilometerweit und irgendwo hin befördert worden sein, vielleicht in einen Wald, in dem sie ausgesetzt wurden. Auf sich selbst gestellt und hungernd könnte es sein, dass Katzen sich freundlichen Leuten nähern, die Fressnäpfe ins Freie stellen.
Wenn es sich bei solchen Leuten um sehr alte Mitmenschen handelt, verfügen diese womöglich über kein Internet, in dem Suchmeldungen stehen. Bei Sichtungen sollten sich diese Katzenfreunde unbedingt an einen Tierschutzverein (TSV) wenden. Der TSV in Rathenow betreibt das Tierheim in der Bammer Landstraße 33c und ist unter 03385/510494 zu erreichen.
Auch entwickeln manche Leute übertriebene Sympatien für eine freilaufende Katze, die sie regelmäßig füttern. Das kann sich so weit steigern, dass sich solche Zeitgenossen als neue Besitzer sehen. Ferner begeben sich gerade unkastrierte Kater auf lange Wanderschaft, wenn sie sich paaren wollen. Im Liebesrausch laufen sie dann häufig Gefahr, im Straßenverkehr unter die Räder zu kommen.

Ohne Registrierung bleiben Kennzeichnungsnummern nur Zahlenreihen

Überdies geben die Walters zu Bedenken, dass Katzenbesitzer nach erfolgtem Chippen und/oder Ohrentätowierung für die Registrierung der Katzen selbst zuständig sind. Sonst blieben die Kennzeichnungsnummern nur eine Zahlenreihe, die sich nicht zuordnen lässt. In der Regel verfügen Tierärzte und Tierheime über Geräte, mit denen sich Chips auslesen lassen. Die Tätowierungen kann jeder lesen.

Katzenfänger in Rathenow?

Beim Kater der Frömmichs standen Kastration, Chippen und Tätowierung noch bevor. Ines Frömmich beschreibt den etwa sechs Monate alten Mogli als nicht handzahm. Er ließe sich von anderen nicht füttern, lief auf Ruf nach Hause, sobald es was zu fressen gab. Mogli soll viel mit seinen beiden Geschwisterkatzen gespielt haben. Im Internet habe sie von mutmaßlichen Katzenfängern gelesen. Aus den Vorjahren gibt es Berichte auf www.moz.de, die aus der Häufung verschwundener Katzen resultierten.
Über einen Fall von fast 20 Katzen, die von Oktober bis Dezember 2015 in Premnitz verschwanden, berichtete seinerzeit die Märkische Allgemeine Zeitung. Es waren freilebende Katzen, die sich in der Gartensparte „Gute Hoffung“ wohl gefühlt hatten.