Vollmondnächten wohnt unbestreitbar eine besonders magische Stimmung inne. Fast schon blendend hell taucht unser kosmischer Begleiter die nächtlichen Landschaften in sein silbernes Licht. Während romantisch veranlagte Menschen ohne Taschenlampe spazieren gehen können, ist der volle Mond für Sternenbeobachter eher ein Ärgernis. Denn in seiner Lichtflut verschwinden die meisten Himmelsobjekte und Sterne - so freilich auch im Sternenpark Westhavelland.

Werwölfe und andere Mythen

Neben vielen Sagen und Mythen über den Vollmond, wie zum Beispiel Geschichten über Werwölfe oder die höhere Qualität von Holz, welches um den Vollmond geschlagen wurde, gibt es viele verschiedene reale Namen, die den Vollmond betreffen. Da gibt es beispielsweise den „Supermond“, den „blauen Mond“, den „Blutmond“ oder den „Erntemond“. Was hat es damit aber auf sich?

Was es mit dem Supermond auf sich hat

Da die Mondbahn nicht kreisförmig, sondern elliptisch ist, schwankt die Entfernung des Erdtrabanten zwischen rund 363.000 und 406.000 Kilometern. Ein- bis zweimal pro Jahr ereignet sich also ein Vollmond in Erdnähe. Somit erscheint er einige Prozent größer als sonst, was aber selbst ein geübter Beobachter nicht feststellen kann.
Daher ist so ein „Supermond“ eigentlich nichts Besonderes und nicht wirklich super. Es ist eher ein medial aufgebauschter Begriff, der für eine nette Überschrift herhalten muss. Auch der „blaue Mond“ ist nicht wirklich interessant. Der Name bezeichnet lediglich den zweiten Vollmond in einem Monat.

Wenn sich der Erdtrabant zum Blutmond färbt

Weitaus spektakulärer ist dagegen der Blutmond. So wird der Mond bezeichnet, wenn er sich während einer totalen Mondfinsternis im Kernschatten der Erde befindet. Durch die Atmosphäre der Erde wird ein Teil des Sonnenlichts in den Erdschatten gestreut. Aus physikalischen Gründen funktioniert das mit langwelligem roten Licht besser als mit kurzwelligem blauen Licht. Daher leuchtet der Mond während der Finsternis in einem strahlenden Rot, welches an die Farbe von Blut erinnert.

Herbstanfang: Erntemond am nächsten dran

Bleibt noch der Erntemond zu erklären. Das ist der Vollmond im Jahr, der am nächsten zum kalendarischen Herbstanfang stattfindet. In diesem Monat ist das fast perfekt der Fall. Während der Herbst am 22. September beginnt, ereignet sich der Vollmond in diesem Monat am 21. September.
Durch die Himmelsmechanik bedingt steigt der Mond im Herbst um den Vollmond herum jede Nacht höher über den Horizont. Das bedeutet, der Mondaufgang verschiebt sich täglich nur um wenige Minuten und der volle Mond erscheint über viele Tage sehr präsent am Abendhimmel.

Natürliches Nachtlicht früher bei Ernte genutzt

Dadurch konnten die Landwirte früherer Zeiten, als es noch kein künstliches Licht gab, das helle Mondlicht nutzen, um auch noch spät in der Nacht die Ernte einzufahren. Heute ist das natürlich nicht mehr nötig, und die Sternfreunde können sich in den aufgehellten Nächten an der Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn erfreuen, die zur Zeit fast die gesamte Nacht gut zu sehen sind.
Der Vollmond selbst ist für die Beobachtung eher uninteressant, da aus unserer Sichtposition kein Schattenwurf erkennbar ist und die meisten interessanten Oberflächendetails nicht zu sehen sind.