Von Corona verdrängt: Rathenow: unbeachtete Themen der Normalität
Unnormale Ebbe herrscht, wo sonst immer was los war zu dieser Zeit. Zur Normalität würde es etwa gehören, wenn der FSV Optik im Fußball um Punkte spielen dürfte, wenn Touristen den Sternen- und Naturpark besuchen könnten. Was macht eigentlich der Biber, um den es einst so lebhafte Diskussionen gab? Wie mag es aktuell um die hiesigen Grundwasserstände bestellt sein? Überhaupt ist die Natur anscheinend ausgeblendet. Klimawandel, Fridays for Future und die Aufforstung des Rathenower Stadtwalds erregen kaum mehr Interesse. Grüne Holzkreuze auf Feldern stellen derweil nur eine Erinnerung an vormalige Bauernproteste dar. Windräder drehen sich, als hätte es zuletzt in Bund und Ländern keine lebhaften Diskussionen um Abstandsreglungen gegeben. Auch gibt es momentan keine hörbaren lokalpolitischen Debatten. Einhergehend ist die Taktverdichtung auf der Bahnstrecke zwischen Rathenow und Berlin wohl aus dem Fokus geraten. Offenbar drängt Corona alles an den Rand.
Erste Schritte hin zur Normalität vollziehen sich nun insbesondere durch Lockerungen im Non-Food-Einzelhandel. Geschäfte bis 800 Quadratmeter Ladenfläche dürfen ab diesem Mittwoch wieder öffnen. In Rathenows City dürfte sich dadurch das Geschäftsleben normalisieren, obgleich Abstandsregeln und Hygienevorschriften vorerst weiter daran erinnern, dass noch lange keine Normalität eingekehrt ist. Die Ende März reduzierte Anzahl der Stände auf dem Wochenmarkt belegt ebenso die besonderen Umstände.
Auch Joe Carpenter sehnt sich nach Normalität zurück. Zur Not würde er sich mittwochs gern mit Gitarre und Liedern über den Rathenower Wochenmarkt bewegen, wie er sagt. Aber auch das bliebe ihm wegen Corona verwehrt. Wer näheres über den Sänger erfahren will, sollte am heutigen Mittwoch den Schlagersender B2 hören. „Bauchgefühl“ und Corona sind irgendwann zwischen 18.00 und 20.00 Uhr Thema im Radiotalk.












