Älteste Spendenaktion der Stadt: Markenzeichen Schwedter Herzensgüte

Ocland-Fahrer Manfred Heinze und Fritz Lerm begrüßen die Heimleiterin und übergeben im Dezember 2019 Geschenke im Kinderheim Ocland in Rumänien.
Siegfried SchwarzDort warten rund 50 Heimkinder auf die Schwedter. Beim Auspacken der Geschenke und beim gemeinsamen Feiern brechen Freude, Dankbarkeit und Herzlichkeit alle Rekorde. Beim Grillfest schicken die Waisenkinder Luftballons mit ihren Adressen in den Himmel. Dem örtlichen Kindergarten bringen Fritz Lerm und Freunde eine Puppenküche und eine Eisenbahn mit.
1700 Kilometer lange Fahrt
Diesmal gingen die Ocland-Fahrer vom 5. bis 12. Dezember mit drei übervollen Transportern zum 26. Mal auf die 1700 Kilometer lange Tour nach Rumänien. Gezeigt worden ist nun der Film über das jüngste Kapitel der ältesten humanitären Hilfsaktion in Schwedt, wie Bürgermeister Jürgen Polzehl das Paketpacken und die Ocland-Fahrten am Mittwochabend vor Pateneltern der Heimkinder und spendenstarken Sponsoren im Berlischky-Pavillon sagte. Der Bürgermeister nannte die Ocland-Fahrer und Herzensgüte „Markenzeichen von Schwedt“.
Polzehl gratulierte Ocland-Fahrer Fritz Lerm bei der Gelegenheit nachträglich zum 70. Geburtstag. Lerm ist seit 2006 mit den Ocland-Fahrern unterwegs und heute so etwas wie ihr Sprecher. Es gab Gerüchte, dass die 26. Tour die letzte sein könnte. Aber am Mittwoch haben alle Beteiligten klipp und klar erklärt: Die Hilfsaktion geht weiter. Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen. Im Dezember 2020 startet der nächste Weihnachtspäckchentransport nach Ocland. Ulrich Henschel und Siegfried Schwarz nicken zustimmend. Manfred Heinze erklärt: „Wer das einmal gesehen hat, weiß: Wir müssen dort Hilfe hinbringen.“
Im Namen des Freundeskreises Ocland sowie der Helfer aus dem Rathaus dankte Lerm allen Pateneltern, Unterstützern, Sponsoren und allen Schwedtern für ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft.
Kerstin Lange und ihr Mann engagieren sich seit gut 20 Jahren in der Hilfsaktion für die Waisenkinder. Ihr derzeitiges Patenkind ist ein 16-jähriges Mädchen. „Uns geht zu Herzen, unter welchen Bedingungen die Kinder im Waisenhaus leben. Uns freut, wie sich das Heim von ärmsten Verhältnissen zu einem besseren Haus gemausert hat. Wir glauben, uns geht es gut in Deutschland. Wir wollen davon etwas mit Bedürftigen teilen.“
Auch Hildegunde Zimmermann (90) packt seit vielen Jahren Pakete für die Waisenkinder und hat seit einiger Zeit die Aufgabe ihrer Tochter übertragen. Sie ist sich sicher: „Hier kommt die Hilfe 100-prozentig an.“
Wie alles begann
Seit 1994 packen die Schwedter und Bürger aus dem Umland Weihnachtspäckchen für Kinder in einem rumänischen Kinderheim. Im Rathaus werden sie gesammelt und dank vieler Sponsoren und Helfer geht der Transport mit mehreren Fahrzeugen alljährlich im Dezember auf die 1700 km lange Reise nach Rumänien. Im Gepäck: Geschenke und hilfreiche Dinge für das Waisenhaus. Initiatoren dieses Projektes waren die Schwedter Katharina Fuhrmann und Hendrik Bartelt, die Anfang der 1990er-Jahre auf die damals schlimmen Zustände in diesem rumänischen Kinderheim Ocland aufmerksam wurden. Dank vieler Helfer haben sie sich verbessert. ⇥red