ASP bei Schwedt: Was in den Schutzzonen gilt und was verboten ist

Nach einem erneuten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verhängt der Landkreis Uckermark neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus. Wie sehen diese aus?
Patrick Pleul/dpa- Neuer ASP-Ausbruch bei Schwedt: Verwaltung setzt Maßnahmen zur Eindämmung um.
- Zusätzlicher Sperrzaun zwischen Schwedt und Flemsdorf wird errichtet.
- In Criewener Polder/Stützkow gilt Betretungsverbot; Verkehr, Reiten und Jagd sind untersagt.
- Landwirtschaft und Forst sind eingeschränkt – Ernte teils per Einzelfall erlaubt.
- Acht positive Wildschweinkadaver in Sperrzone Zwei; schnelle Entwarnung laut Amtstierarzt nicht absehbar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das erneute Aufflammen der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Uckermark stellt die Verwaltung auf die Probe. Neben täglichen Suchen nach weiteren Kadavern und Läufen entlang der Schutzzäune, um diese auf Schäden zu kontrollieren, müssen noch weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Welche genau sind das und in welchem Gebiet gelten diese?
Bereits am 30. Juni 2026 wurde der erste positiv getestete Wildschweinkadaver kurz vor der polnischen Grenze südlich von Criewen gefunden, weitere Funde gab es kurze Zeit später rund um das weiter östlich gelegene Stützkow. Die letzten Funde zuvor wurden im Mai 2025 nachgewiesen, so der Landkreis Uckermark in der 12. Änderung der Tierseuchenallgemeinverordnung zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.
Die insgesamt acht positiv getesteten Schweinekadaver befanden sich alle in der Sperrzone Zwei, die bereits seit dem Ausbrechen der ASP in den Teilgebieten Criewener Polder/Stützkow und Schöneberger Wald 2022 besteht. Eine der ersten Maßnahmen, um das Virus einzudämmen, ist ein weiterer Sperrzaun zwischen Schwedt und Flemsdorf.
ASP bei Schwedt: Keine schnelle Entwarnung wahrscheinlich
„Eine schnelle Entwarnung wird es nicht geben“, so Henry Strathmann, Amtstierarzt des Landkreises Uckermark. Dass die Seuche langlebig ist, zeige das jetzige Ausbruchsgeschehen. „Das Virus konnte sich lange halten“, so Strathmann.
Doch der neue Zaun ist nicht die einzige Maßnahme, welche durch den Landkreis durchgesetzt wird. Weiterhin ist das Betreten des Waldes und offener Landschaften im Teilgebiet Criewener Polder/Stützkow untersagt, Fahrzeugverkehr und Reiten sind verboten, eine landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung wird eingeschränkt. Dazu ist das Jagen in dem Gebiet verboten.
„Von der Sperrzone sind viele landwirtschaftliche Flächen betroffen“, sagt Dr. Nicole Spundflasch, Leiterin des Landwirtschafts-, Umwelt- und Veterinäramtes Landkreis Uckermark. Auch sei teilweise die bereits angelaufene Ernte von den Einschränkungen betroffen. Innerhalb der Bezäunung herrsche gerade Stillstand.

Der Landkreis Uckermark ordnete erneut Maßnahmen rund um die Afrikanische Schweinepest an.
Oliver VoigtGrund für den Stillstand ist, dass die Tiere nicht weiter aufgescheucht werden sollen – bei einem Aufschrecken der Wildschweine könnte das „Virus“ über die Zäune springen, so die Begründung. „Bei Wiesenflächen, die bereits gemäht worden sind, und bei einer Sicherung der Ernte vor Regen haben wir Einzelfallentscheidungen abgemacht“, so Spundflasch weiter.
ASP bei Schwedt: Das müssen Schweinehalter wissen
Die Afrikanische Schweinepest befällt jedoch nicht nur Wildschweine, sondern auch normale Hausschweine. Schweinehalter in der Region sind dazu angehalten, die Biosicherheitsmaßnahmen zu verschärfen und dringend einzuhalten. Das richtet sich hauptsächlich an private Halter, denn große Schweinehaltungen gebe es im Landkreis nicht. Falls die Seuche sich weiter ausbreiten sollte, heißt, über die Sperrzone Zwei hinweg, könnten größere Züchter darunter leiden.
Zudem mahnt der Landkreis an, die Tore des Sperrzauns geschlossen zu halten – denn nur so könne der 145 Kilometer lange Zaun auch wirklich seine Wirkung entfalten. Der Zaun, welcher insgesamt eine Höhe von 1,60 Metern hat, sollte zudem auch nicht mutwillig zerstört werden. „Das wäre teuer und fatal“, so Strathmann. Denn jeder Durchbruch oder jedes offen gelassene Tor riskiere, dass die Seuche sich ausbreite und weitere Maßnahmen und Verbote nötig werden.


