Ausbildung bei PCK-Schwedt: Azubi Kevin Köpke ist angehender Chemikant und Botschafter
Jahr für Jahr gehen zahlreiche PCK-Mitarbeiter in den wohlverdienten Ruhestand. Um die Lücke zu schließen, müssen jüngere, gut ausgebildete Facharbeiter nachrücken. Kevin Köpke will einer dieser Nachrücker sein.
Im Herbst 2022 begann Kevin Köpke seine Ausbildung zum Chemikanten beim PCK. Es war sein Wunschberuf, auf den er schon auf einer kleinen Berufe-Messe am Einstein-Gymnasium in Angermünde aufmerksam wurde.
Azubis werden gut bezahlt
Damals kannte er die Raffinerie nur von außen und war immer wieder von ihrem Anblick, vor allem mit ihren Lichtern bei Nacht, beeindruckt. „Mir wurde der Beruf als sehr vielseitig beschrieben, das hat mein Interesse geweckt“, erinnert sich Kevin Köpke noch gut an seine Schulzeit. Zusätzliche Informationen von Bekannten und Freunden, die zum Teil selber schon eine Ausbildung im PCK begonnen oder absolviert haben, verstärkten das Gefühl in dem jungen Mann. Nicht unerwähnt lässt Kevin natürlich auch die gute Ausbildungsvergütung. Im ersten Lehrjahr gibt es 1046 Euro, ein Jahr darauf 1100 Euro. Im 3. Lehrjahr fällt der Sprung etwas geringer aus, 1122 Euro, im Vierten sind es 1179 Euro. „Auch die gute Bezahlung durch PCK ist längst kein Geheimnis und Ansporn für einen festen Job“, ergänzt Kevin.
Vielseitigkeit statt Chemieklischees
Als der Felchower noch als Schüler bei der Langen Nacht der Ausbildung die Raffinerie von Innen erlebte, stand fest: „Hier will ich arbeiten.“ Dabei hatte Kevin nie einen besonderen Hang zu Chemie. „Das Berufsbild Chemikant wird von vielen Leuten falsch interpretiert. Es ist eigentlich eher der ‚Anlagenfahrer‘ gemeint“, klärt Kevin auf. Er habe eben nicht den ganzen Tag mit Formeln und Chemikalien zu tun. Vielmehr steuere und überwache er die Produktionsanlage, kommuniziere mit der Messwarte, muss auf Probleme oder Störungen reagieren.
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 3 ½ Jahre, mit den entsprechenden Noten könne man die Zeit auf drei Jahre verkürzen. Das ist auch Kevins Ziel, genauso wie eine Übernahme durch die PCK-Raffinerie. „Wir werden schon im Rahmen unserer Ausbildung einer Anlage zugeordnet und sind dann quasi dauerhaft mit ihr verbunden. Damit verbringe ich den praktischen Teil meiner Ausbildung schon an meinem möglichen Arbeitsplatz. Das ist sehr reizvoll, auch weil das Team so schon früh zusammen wächst.“
Praxis und Theorie am Standort Schwedt vereint
Einen weiteren Pluspunkt für eine Ausbildung in der PCK-Raffinerie sieht Kevin darin, dass Praxis und Theorie am Standort Schwedt stattfinden. Viele seiner Mitschüler müssen dagegen oft hunderte Kilometer zur Berufsschule fahren und sind dort im Internat untergebracht. Kevin dagegen kann sich nahezu jederzeit einfach mit seinen Freunden verabreden.
Die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind gut. Es fehlt an Fachkräften wie Anlagenfahrer. Dabei dürfen aber auch die Anforderungen nicht außer Acht gelassen werden. Ein Notendurchschnitt von mindestens 2,3 und auch die Bereitschaft zur Schichtarbeit bringen nicht alle mit. Gerade letztere kollidiert bei junge Leuten oft mit deren Work-Live-Balance. Für Kevin dagegen ist es kein Problem, nur ein arbeitsfreies Wochenende im Monat zu haben. „Ich brauche nicht zwingend jeden Samstag und Sonntag frei. Zumal am Sonntag als Ruhetag sowieso nicht viel zu machen ist. Da gefällt mir Frei unter Woche schon besser.“
Zuversicht trotz unsicherer Zeiten
Heute, im zweiten Lehrjahr, ist sich der 19-Jährige immer noch sicher, die richtige Berufswahl getroffen zu haben. Als Kevin Köpke seine Bewerbung Ende 2021 einreichte und die Zusage erhielt, hatte noch niemand auf dem Schirm, dass der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die Zukunft der PCK-Raffinerie ins Wanken bringen könnte. Eine unzureichende Versorgung mit Öl und ein möglicher damit einhergehender Produktionseinbruch war Thema zahlreicher Gespräche mit anderen Azubis, doch nie sah Kevin Köpke seine Ausbildung und Zukunft beim größten Arbeitgeber der Region gefährdet. „Für mich stand immer fest, PCK einfach so zu machen, geht nicht. Dazu ist die Raffinerie viel zu wichtig.“ Auch die Tatsache, dass PCK bereits selber Versuchsanlagen zur Wasserstoff-Herstellung baue, um die notwendige Transformation anzugehen, bestätige Kevins Zuversicht. Natürlich habe PCK aber auch schon andere Anlagen zur Wasserstoff-Herstellung. In einer dieser Anlagen arbeitet Kevin bereits im Rahmen seiner Ausbildung.
Wettstreit auf dem Berufemarkt
Und weil auf dem Berufemarkt ein Wettstreit um Fachkräfte herrscht, war es Kevin Köpke auch ein Bedürfnis, auf der Schwedter Ausbildungs- und Studienmesse SAM als PCK-Botschafter neue Auszubildende zu rekrutieren und den möglicherweise nächsten Lehrlingen jedes Detail aus eigener Erfahrung und auch mit Stolz auf seinen Ausbildungsbetrieb zu erklären. In wenigen Tagen gibt es dazu erneut die Gelegenheit.
Wie wird eine Raffinerie gesteuert? Wie sieht ein Lehrlabor aus, wie ist eine Destillation aufgebaut? Was sind chemische Verbindungen? Wie viel verdient ein PCK-Lehrling? Antworten erfahren interessierte Besucher auch am 13. Oktober bei der „Langen Nacht der Ausbildung“ in der PCK Raffinerie in Schwedt. Von 16 bis 21 Uhr bietet sich die Gelegenheit, in unterhaltsamer Atmosphäre das größte Industrieunternehmen der Region und seine Ausbildungsberufe kennenzulernen.
Mit dem Bus kostenlos zur Nacht der Ausbildung
Mit der UVG kommen Besucher Uckermark-weit kostenlos zum Werksgelände und wieder zurück. Die Bustickets dafür finden sich stadtweit, unter anderem in den weiterführenden Schulen der Uckermark, bei der UVG, im Kino oder in der Bibliothek Schwedt und weiteren Partnern der PCK-Raffinerie.
81 Auszubildende hat PCK derzeit an Board. Noch steht nicht genau fest, wie viele Plätze 2024 zu besetzen sind. Es können vielleicht 27 werden, heißt es aus dem Unternehmen. Gesucht werden junge Menschen für die Berufe Chemikant, Elektroniker, Industriemechaniker und Werkfeuerwehrmann. Eine genaue Deadline für die Bewerbung werde es nicht geben. „Aufgrund des Bewerbungsverhaltens nehmen wir Abstand von einer Bewerbungsfrist. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, so Viola Brocker, PCK-Pressesprecherin.






