Ausstellung
: Stolze Gockel, rassige Mümmel

Zum Besuchermagneten wird die gemeinsame Kleintier-Ausstellung der Angermünder Rassegeflügel- und Kaninchenzüchtervereine.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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  • Familienausflug: Die Ausstellung der beiden Angermünder Zuchtvereine für Rassekaninchen und Rassegeflügel zog am Wochenende viele Besucher, vor allem auch Familien mit Kindern an.

    Familienausflug: Die Ausstellung der beiden Angermünder Zuchtvereine für Rassekaninchen und Rassegeflügel zog am Wochenende viele Besucher, vor allem auch Familien mit Kindern an.

    Daniela Windolff
  • Tierlieb: Besucherin Josie (4) füttert ein Häschen. Ihre Familie kommt jedes Jahr gern zu den Tierausstellungen.

    Tierlieb: Besucherin Josie (4) füttert ein Häschen. Ihre Familie kommt jedes Jahr gern zu den Tierausstellungen.

    Daniela Windolff
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Der Kamm ist gerichtet, das Fell gebürstet, die Parade der schönsten Haustiere kann beginnen. Die beiden Angermünder Vereine der Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchter präsentieren nach langer Zeit wieder gemeinsam ihre Prachtexemplare bei einer Gemeinschaftsausstellung in Angermünde und treffen den Nerv des Publikums.

An beiden Ausstellungstagen strömen die Besucher in die zur Tierschau liebevoll ausstaffierte Reithalle und bestaunen die insgesamt mehr als 400 Tiere, vom niedlichen Zwergwidder-Kaninchen über schneeweiße Tauben bis zur stolzen, schwarzglänzenden Orpinton-Henne, die auch immer mal wieder kräftig gackernd die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zu Recht. Denn die Preisrichter haben sie zur „Heidi Klum“ des Federviehs gewählt und ihrem Züchter Klaus Kielblock mit 96 von möglichen 97 Punkten und einem Hervorragend-Urteil den Pokal des Kreisverbandes beschert.

Nachwuchssorgen im Verein

Das macht den Vorsitzenden des Rassegeflügelzuchtvereins stolz. Doch noch mehr freut sich Klaus Kielblock, dass die Tradition der gemeinsamen Schau nach 70 Jahren wieder fortgesetzt wird. 1949 fand die erste gemeinsame Tierschau der beiden Vereine nach dem Krieg im „Volkshaus“ im Kaisergarten statt. Inzwischen sind nicht nur die Tradition, sondern auch die Vereine und ihre Mitglieder in die Jahre gekommen. „Wir sind nur noch 20 Mitglieder, haben aber zum Glück wieder ein paar junge Züchter gewinnen können“, so Klaus Kielblock. Zu ihnen gehört Kerstin Trettin aus Warnitz, die mit der Zucht von Orpington-Hühnern beginnt, aber noch nicht selbst ausstellt. „Wir wohnen auf dem Lande und haben einen großen Garten. Da gehören Tiere einfach dazu, auch um uns selbst mit frischen Eiern und Fleisch versorgen zu können. Für unsere vier Kinder ist das eine wichtige Erfahrung, sie beschäftigen sich seitdem viel intensiver und kritischer mit Umwelt, Tierschutz, und Massentierhaltung“, erzählt Kerstin Trettin. Um als Neueinsteigerin von dem Wissen und den Erfahrungen der Älteren zu profitieren, ist sie in den Verein eingetreten. „Mich faszinieren alte Rassen, die die älteren Züchter noch kennen und teilweise aus dem Krieg gerettet haben. Es ist wie eine Zeitreise.“

90 Jahre Kaninchenzucht

Für Frank Bretsch ist die Geflügelzüchterei ein Hobby zum Entspannen. Der vielbeschäftigte Schuldirektor züchtet seit zehn Jahren Enten, beschäftigt sich mit dem Hobby jedoch schon seit seiner Kindheit. Er nutzt die Ausstellung, um sich einen potenten Erpel für seine Zucht auszusuchen. Selbst ausstellen will er nicht. „Dafür bin ich noch nicht gut genug. Das hebe ich mir fürs  Rentenalter auf“, schmunzelt er. Doch als Besucher ist er immer gern dabei. „Ich finde es klasse, dass diese Tradition bewahrt wird und hoffe, dass sich noch mehr junge Leute für dieses schöne und verantwortungsvolle Hobby mit Tieren begeistern.

Auch das ist neben der Bewertung der Zuchtleistungen durch eine Fachjury, den Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten und dem Erwerb neuer Tiere für frisches Blut in der Zucht, ein wichtiges Anliegen, dass die Vereine mit ihren öffentlichen Tierschauen verfolgen.

„Für unseren kleinen Verein ist es aber schwierig, den Aufwand für so eine Ausstellung allein zu bewältigen“, sagt Klaus Kielblock. Die letzten eigenen Ausstellungen fielen zudem wegen der Geflügelpest aus. So besann man sich wieder auf die bewährte Zusammenarbet mit den Rassekaninchenzüchtern. Die feiern übrigens im nächsten Jahr Jubiläum. Im Februar 1930 wurde der erste Kaninchenzuchtverein in Angermünde gegründet.

Die Fachjury bewertete die Zuchtmerkmale der Ausstellertiere mit Punkten und Prädikaten. Mit der Höchstpunktzahl von 97 beziehungsweise 98 Punkten und einem "Vorzüglich" wurden bei den Rassekaninchenzüchtern bewertet:

Maximilian Baumgart und Tobias Bailleu für Deutsche Riesen, Axel und Enrico Marks für Deutsche Riesenschecken, Heinz Grapentin für Deutsche Widder, Jenny Walkhoff für Helle Großsilber, Norbert Bernhagen für Mecklenburger Schecke, Andy Matzke für Blaugraue Wiener (Landesverbandsehrenpreis), Fabian und Andre Lieske für Kleinwidder, Luca Fitzner für Kleinsilber graubraun, Arno Ewald für Castor-Rexe, Karola Lange für Deilenaar. ⇥dw