Badesaison: DLRG sorgt für Sicherheit an den Badestellen der Uckermark
In roter Badehose oder rotem Badeanzug, cool und lässig auf dem Wachturm am Strand stehend, mit Trillerpfeife und Fernglas in der Hand – das ist das klischeehafte Bild, wenn man an Bademeister und Rettungsschwimmer denkt. Doch die Realität ist bei Weitem nicht so einfach wie es der Film „Baywatch“ darstellt. DLRG-Uckermark-Chef Uwe Neumann sagt, dass Rettungsschwimmer das Wasser mit anderen Augen zu betrachten lernen und ihre Schützlinge so gut ausbilden, als würden die ihr Leben einmal retten müssen.
Von Aus- bis Weiterbildung zum Rettungsschwimmer oder Erste-Hilfe-Kurse kann jeder ein Stück mehr Sicherheit in den eigenen Sommerurlaub bringen. Feuerwehrleute, Polizisten oder Lehrer machen so eine Fortbildung. Wer interessiert an Teamarbeit ist, hilfsbereit und kommunikativ, kann auch ehrenamtlich weiter dem Wasser nah sein.
In Gold baden
Die DLRG Uckermark stellt sich der hohen Nachfrage an diversen Einsatzorten: Aufgaben sind Wettkampfabsicherung beim Wassersport, Schwimmkurse von Schulen oder reine Badeaufsicht auf, im und am Wasser. Aufsichten an den Einsatzorten können sechs bis acht Stunden dauern und sind nicht mit dem einfachen Tag am Strand zu vergleichen. Wer einmal die Rettungsschwimmerausbildung bis zur Goldstufe geschafft hat, ist auch jenseits des Wachturms der DLRG aufmerksam und hilfsbereit.
Ähnlich wie bei Schwimmabzeichen gibt es Klassifizierungsstufen von Bronze bis Gold. Angefangen mit dem Bronzeabzeichen, das schon ab zwölf Jahren vergeben wird. Nach 16 Stunden Unterricht erfolgen die bundesweit gleichen Prüfungen theoretisch und praktisch. Ausgebildet, genauso wie trainiert, wird grundsätzlich in der Wintersaison im Schwedter Aquarium.
DLRG-Chef Uwe Neumann empfiehlt dann auch, im freien Wasser das gelernte Können zu testen, da See- oder Flusswasser bekanntlich nicht so rein und sauber wie das im Freizeitbad ist. Zudem stellt es auch den realistischen Sommereinsatz dar.
Schwimmabzeichen wie Seepferdchen oder Seeräuber im Schwimmunterricht der Schule sind nicht wirklich ausreichend – deshalb sollte beim Erfolg dieser Schwimmstufen nicht aufgehört werden. Bronze bis Gold weisen das umfangreichere sichere Schwimmen nach. Die Abzeichen im freien Wasser zu erreichen, kommt folglich dem realistischen Badespaß am nächsten.
Höchstes Gebot
Bei Mädchen und Jungen, die noch nicht schwimmen können, verlassen sich viele auf Hilfen wie Schwimmflügel und -ringe oder ähnliches. Doch auch diese Hilfen retten nicht vor der großen Not, sagt Uwe Neumann. Das Bassin oder Planschbecken aus Kindheitstagen sei für die Jüngsten nicht immer der ideale Spielplatz. Denn es kann eine große Gefahr bergen: Nur fünf Zentimeter Wassertiefe reichen aus, dass ein Kleinkind ertrinken kann. Größtes Gebot: die Aufsicht!
Sobald das Kind im Krabbelalter ist, müsse die Aufsicht zu 100 Prozent gegeben sein. Frühes Schwimmen-Lernen, besonders im Freiwasser wie Seen, Flussbadestellen oder Kanälen, fördert das sichere Schwimmen immer mehr. Die DLRG Uckermark bietet dazu Veranstaltungen zum Informieren, Schwimmkurse oder das (normalerweise) jährliche Sportereignis „Swim and Run“ an.
Retter in der Not
Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation auf dem Globus. Die ehrenamtlichen Helfer leisten pro Jahr ungefähr zehn Millionen Stunden freiwilliger Arbeit. Gegründet wurde die DLRG im Jahr 1913. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Weitere Bestandteile der Gesellschaft sind Rettungs- und Schwimmausbildung, Wasserwacht beziehungsweise Rettungsdienst und die Aufklärungen von Risiken und Gefahren des Wassers. Die zirka 47 000 Mitglieder leisten jährlich etwa drei Millionen Stunden für die Sicherheit von Wassersportlern und Badegästen.⇥mij

