Bahnstrecke Berlin – Stettin
: Schienen bei Passow liegen – wie es jetzt weitergeht

Baustellenbegehung in Passow: Die Fortschritte beim Ausbau der Strecke Berlin – Stettin sind sichtbar. Der Bauabschnitt ist demnächst fertig. Wie es weiter geht.
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Die Gleisbauarbeiten auf der Bahnstrecke Berlin - Stettin liegen in Passow in den letzten Zügen, Abschnitt eins wird Anfang Oktober 2024 fertiggestellt. Am Tag der Schiene am 21. September 2024 wurde der Bauabschnitt am Bahnhof Passow vorgestellt.

Die Gleisbauarbeiten auf der Bahnstrecke Berlin – Stettin liegen in Passow in den letzten Zügen, Abschnitt eins wird Anfang Oktober 2024 fertiggestellt. Am Tag der Schiene am 21. September 2024 wurde der Bauabschnitt am Bahnhof Passow vorgestellt.

Leona Bellinda Schröder
  • Gleisbauarbeiten Berlin-Stettin bei Passow stehen kurz vor Abschluss.
  • Abschnitt eins wird im Oktober 2024 fertiggestellt, Abschnitt zwei folgt.
  • Anwohner besorgt über Lärmbelastung, Alternativen wie Lärmschutzfenster angeboten.
  • Gesamtprojekt kostet 600 Millionen Euro, Fertigstellung Ende 2026 geplant.
  • Strecke danach für Hochgeschwindigkeitszüge und ferngesteuerte Züge ausgelegt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Berlin-Stettin schreitet weiter voran. Am 21. September fand in Passow der Tag der Schiene statt. Zu diesem Anlass wurde vorgestellt, wie weit die Gleisbauarbeiten an der Bahnstrecke Berlin-Stettin sind. Am Bahnsteig und am Bahnübergang in Passow ging es konkret um den Streckenabschnitt eins zwischen Angermünde und Stettin.

Das Interesse war groß, die Veranstaltung gut besucht, alle Plätze der Baustellenbegehung waren ausgebucht. Uwe Stiehler, Teilprojektleiter des Bauabschnitts eins zwischen Angermünde und Passow, informierte zum aktuellen Stand der Dinge, gab einen Ausblick in die Zukunft und stellte sich den Fragen, die Anwohnerinnen und Interessenten hatten. Auch die Bauaufsicht der Deutschen Bahn war mit vor Ort und teilte ihr Wissen mit den Interessenten.

So wurde die Schiene bei Passow saniert

Nachdem 2023 der finale Termin zunächst einmal verschoben wurde, liegen die Bauarbeiten am Streckenabschnitt nun planmäßig in den letzten Zügen: Einige Kabel werden verlegt und angeschlossen, das letzte Stück Fahrdraht wird noch angebracht, dann kommt die Abnahmeprüfung. Am 4.10. wird das Gleis im Streckenabschnitt eins zwischen Schönermark und Passow in Betrieb genommen. Danach folgt der Ausbau der Schiene im Streckenabschnitt zwei zwischen Passow und Stettin.

Am Streckenabschnitt wurde alles umfangreich erneuert:  Ein komplett neues zweites Gleis wurde errichtet, dafür musste der gesamte Unterbau neu angelegt werden, was teils kompliziert war. An einer Stelle war der Boden ursprünglich moorig – hier musste mit schwerem Gerät gearbeitet werden. Mit einem komplizierten Verfahren, der sogenannten Fräs-Misch-Injektion, wurde ein Betongemisch bis zu elf Metern tief in den Moorboden eingebracht, um für Stabilität zu sorgen. An anderen Stellen wurde der Damm etwa zwei Meter tief ausgehoben und stabilisiert.

Der gesamte Fahrleitdraht im Streckenabschnitt eins wurde erneuert. Teilweise können Baumaterialien wiederverwendet werden. Allerdings ist das nicht in jedem Fall möglich, etwa, wenn Materialien mit Schadstoffen belastet sind. In jedem Fall werden die Materialien vor einer Wiederverwendung auf Schadstoffe überprüft, so der Teilprojektleiter.

Bürger stellten Fragen zum Ausbau der Gleise

Anwohner und Interessentinnen hatten einige Fragen zum Infrastrukturprojekt. Uwe Stiehler und die Bauaufsicht informierten ausführlich über alle möglichen Details zum Ausbau der Schiene: So wurde etwa bekanntgegeben, dass die meisten der extra errichteten Baustraßen nach Ende der Streckensanierung wieder zurückgebaut werden.

Eine Sache beschäftigte die Anwohnerinnen und Anwohner besonders: der Schienenverkehrslärm. Denn dieser wird von einigen Anwohnern beim Befahren der neuen Gleise als besonders laut empfunden. „Nachts ist es besonders laut“, berichtete eine Anwohnerin.

In Passow sind keine Lärmschutzwände geplant, lediglich in Angermünde wurden bisher Lärmschutzwände gebaut. Allerdings erhalten Anwohner in Passow am Streckenabschnitt eine andere Entschädigung von der Deutschen Bahn: Sie dürfen wählen zwischen Lärmschutzfenstern, die eingebaut werden, und einer finanziellen Entschädigung, mit der sie selbst Maßnahmen zum Schutz von Lärm ergreifen können.

Bewohner, deren Zuhause zwar in der Nähe der Gleise liegt, aber nicht in dem Bereich, für den die Entschädigung vorgesehen ist, müssen darauf hoffen, dass der Lärm mit der Zeit geringer wird. „Die neue Schiene fährt sich noch ein und wird mit der Zeit weniger Lärm verursachen“, erklärte die Bauaufsicht. Zudem können auch technische Maßnahmen ergriffen werden, um die Lärmbelästigung nach dem Ausbau der Schiene in Passow zu reduzieren. So können die Gleise etwa geschliffen oder gestopft werden, das verringert den Schienenverkehrslärm.

Ob der Zaun wieder errichtet wird, der vor den Bauarbeiten zwischen der Passower Bahnhofstraße und dem Wasserturm stand, ist derzeit noch unklar.

Ausblick – so wird die Strecke weiter ausgebaut

Im August 2025 sollen die Bauarbeiten im zweiten Streckenabschnitt beginnen, diese sind für eine Dauer von 16 Monaten geplant. Während dieser Zeit ist mit einer Vollsperrung im zweiten Bauabschnitt zu rechnen.

Wenn keine unvorhergesehen Ereignisse eintreten, soll Ende 2026 die gesamte Strecke fertiggestellt sein. Dann sollen sowohl Güter- als auch Personenzüge in enger Taktung und teils hoher Geschwindigkeit durch Passow rauschen.

Schienen für hohes Tempo und ferngesteuerte Fahrzeuge ausgelegt

Die Schienen sind sogar für den Betrieb von ICE konzipiert: Nach Fertigstellung der Strecke und anschließender Nachrüstung mit ETCS  (European Train Control System) können Hochgeschwindigkeitszüge in beide Richtungen fahren. Auch das ferngesteuerte Fahren von Zügen wird perspektivisch möglich sein.

Die Kosten des Ausbaus der Schiene zwischen Angermünde und deutsch-polnischer Grenze belaufen sich auf 600 Millionen Euro, davon entfallen jeweils 300 Millionen auf den ersten und zweiten Bauabschnitt.

In Passow wird vor Inbetriebnahme ein barrierefreier Übergang mit Fußgängerbrücke und Aufzügen gebaut, sodass hier das Reisen mit der Bahn besonders komfortabel wird. Wie es mit dem Bahnhofsgebäude in Passow weitergeht, ist allerdings weiterhin unklar.

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