„Brücke der Kulturen“ in Angermünde
: Darum gewinnt das Projekt den Bundespreis

Die Initiative „Brücke der Kulturen“ aus Angermünde wurde zum Landessieger für den Deutschen Nachbarschaftspreis gekürt. Was das Projekt auszeichnet und wer davon profitiert.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Beim Brunch aus aller Welt in der Heilig-Geist-Kapelle Angermünde kommen Menschen bei leckerem Essen ungezwungen zusammen. Das Angebot ist ehrenamtlich und für alle Gäste kostenlos.

Beim Brunch aus aller Welt in der Heilig-Geist-Kapelle Angermünde kommen Menschen bei leckerem Essen ungezwungen zusammen. Das Angebot der „Brücke der Kulturen“ ist für alle Gäste kostenlos. Jetzt wurde die Initiative ausgezeichnet.

Daniela Windolff
  • Die Initiative „Brücke der Kulturen“ aus Angermünde gewinnt den Deutschen Nachbarschaftspreis 2025.
  • Kostenloser „Brunch aus aller Welt“ bringt Menschen verschiedener Kulturen zusammen.
  • Rund 10 Ehrenamtliche organisieren Angebote wie Kindergruppen, Frauentreffen und Sport.
  • Ziel: Integration und lebendige Nachbarschaft ohne Barrieren in der Uckermark fördern.
  • Preisverleihung mit 2.000 Euro Preisgeld findet am 11. November 2025 in Berlin statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Polnische Piroggen, russischer Borschtsch, schwäbische Maultaschen, syrischer Tee ... wenn in Angermünde zum „Brunch aus aller Welt“ eingeladen wird, treffen nicht nur auf dem Teller, sondern auch an gedeckten Tischen verschiedene Kulturen aufeinander. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Junge und Alte, Familien und Singles essen, schwatzen, lachen und singen gemeinsam wie eine große Familie. Dabei kennen sich viele bisher gar nicht. Doch Essen verbindet.

Und das völlig kostenlos und offen für jeden. Gastgeber ist die „Brücke der Kulturen“, eine Initiative, deren Name Programm ist.

Seit 2023 engagieren sich in der uckermärkischen Kleinstadt alteingesessene und zugezogene Angermünder, Menschen mit und ohne Migration, ehrenamtlich für ein nachbarschaftliches Miteinander. Sie wollen Brücken bauen und Integration unbürokratisch und ohne Barrieren lebendig gestalten.

„Brücke der Kulturen“ aus Angermünde ist einer von 16 Preisträgern

Dieses Projekt hat nun den Deutschen Nachbarschaftspreis 2025 gewonnen. Der Deutsche Nachbarschaftspreis der nebenan.de Stiftung ist der renommierteste und am höchsten dotierte Preis für nachbarschaftliches Engagement in ganz Deutschland.

Er ehrt bundesweit Initiativen und Projekte, die sich mit Herzblut für ein lebendiges Zusammenleben einsetzen und Vorbildcharakter haben. Aus insgesamt über 900 Bewerbungen kürte eine Experten-Jury 16 Landessieger. In Brandenburg geht der Landespreis in die Uckermark an die Brücke der Kulturen Angermünde. Doch wer und was steckt dahinter?

Zehn Ehrenamtliche stemmen Projekt in Angermünde

Entstanden ist die „Brücke der Kulturen“ aus dem Projekt „Ehrenamt vereint“ der Johanniter in Angermünde. Als dieses geförderte Projekt Ende 2024 endete, machten engagierte Mitstreiter weiter, nutzen die daraus geknüpften Netzwerke und den Schwung der Ideen und bauen die „Brücke der Kulturen“.

Ein Team von rund zehn Ehrenamtlichen um die frühere Koordinatorin von Ehrenamt vereint, Beata Naroznik, koordiniert und organisiert Angebote und Veranstaltungen. Es wird unterstützt von vielen freiwilligen Helfern, Sponsoren und Kooperationspartnern, wie Kirchengemeinde, Bürgerbündnis und Stadtverwaltung unterstützt.

Angebote von Sport bis Kindergruppe in Angermünde

Der „Brunch aus aller Welt“ ist nur eines der vielseitigen Angebote und Projekte, die im Laufe der Zeit entstanden sind. Sie bieten im AHA-Projekthaus sowie im benachbarten Haus mit Zukunft Möglichkeiten zum Kennenlernen, für Begegnungen, Bewegung, Kreativität und gemeinsames Lernen.

Eine feste Größe ist das Frauentreffen. Hier wird gemeinsam gekocht, geredet, gebastelt, entspannt oder wozu die Frauen sonst so Lust haben. Inzwischen kommen zu den Nachmittagen rund 20 Frauen ganz unterschiedlichen Alters und Herkunft, Deutsche und Ausländerinnen, alteingesessene Angermünder und zugezogene aus der Großstadt. Sprachbarrieren sind dabei kein Problem.

Wo Kinder in Angermünde spielerisch Deutsch lernen

Bei den offenen wöchentlichen Kindertreffen stehen Lernen, Spaß und Bewegung im Mittelpunkt. Eine erfahrene Pädagogin gestaltet gemeinsam mit engagierten Freiwilligen ein buntes Programm für Kinder mit Spielen, Vorlesen, Basteln, draußen unterwegs sein und dabei ganz nebenbei Deutsch lernen und neue Freunde gewinnen.

Auch Bewegung und Sport bringt Menschen zusammen. Drei Angebote pro Woche bietet die „Brücke der Kulturen“ bereits an, die auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen geeignet sind.

Lebendige Nachbarschaft in Angermünde

Neben den regelmäßigen Angeboten gibt es auch besondere Veranstaltungen, vom Filmabend über Buchlesungen bis zu internationalen Kochworkshops.

Und wenn sich beim „Brunch aus aller Welt“ oft über 100 Besucher an den reich gedeckten Tischen versammeln und Leckerbissen verkosten, die die ehrenamtlichen Mitstreiter gekocht, gebrutzelt und gebacken haben, dann zeigt sich, wie bunt und lebendig Nachbarschaft in Angermünde sein kann.

Der Nachbarschaftspreis 2025, dotiert mit einem Preisgeld von 2.000 Euro, würdigt diese Initiative. Die Preisverleihung findet am 11. November 2025 in Berlin statt.

Angebote der „Brücke der Kulturen“ in Angermünde

B.U.S. - Bewegung, Unterhaltung, Sport
Jeden Montag, 10 Uhr, im Haus mit Zukunft, Schwedter Straße 14

Myofascial-Release Kurs
Jeden Dienstag, 19 Uhr, im AHA-Haus, Schwedter Straße 22

Frauen-Treffen
Jeden 2. Mittwoch, 16 Uhr, im AHA-Projekthaus, Schwedter Straße 22

Offene Kindergruppe: Spielend Deutsch lernen
Jeden Mittwoch, 15-16 Uhr im AHA-Projekthaus, Schwedter Straße 22

Ansprechpartner: Beata Naroznik, Mail: beata.kana@hotmail.com; brueckederkulturen25@web.de