Einkaufen in Polen: Ist der Biedronka bei Schwedt günstiger als Lidl und Co.?
Sowohl in Deutschlandals auch in Polen sind die Lebensmittelpreise in den letzten Monaten stark gestiegen. Wie sich das Preisniveau augenblicklich in der Region Schwedt eingependelt hat, schaute sich MOZ.de in der ersten Augusthälfte, im Discountladen Biedronka in Krajnik Dolny und bei Lidl in Schwedt an. Ein paar wichtige Produkte landeten im Einkaufskorb der Tester. Das waren Brot, Milch, Butter, Eier, Mehl, Zucker, Brötchen, eben typische Artikel des täglichen Einkaufs. Ausgewählt wurden jeweils die günstigen Produkte aus dem aktuellen Angebot.
Für acht Artikel des Einkaufs wurden an der Kasse in Polen 7,09 Euro fällig, in Deutschland waren es für ähnliche Produkte 10,84 Euro. Die Differenz zwischen den Einkäufen in beiden Ländern betrug also 3,75 Euro — rund 30 Prozent ist es jenseits der Grenze günstiger.
Sparpotenzial beim Mischbrot
Das größte Einsparpotenzial bot ein normales Mischbrot, das jenseits der deutschen Grenze nur 0,53 Euro kostete, für ein vergleichbares Produkt verlangte Lidl 1,99 Euro beim Test, das sind satte 1,46 Euro mehr. Ein Kaiserbrötchen kostete 0,07 Euro, in Deutschland waren es 0,19 Euro.
Auch die Milch war in Polen fast 50 Cent billiger. Genauso ist die Butter in Polen rund 50 Cent billiger. Zucker war in Polen um 19 Cent und Mehl um 30 Cent billiger. Diese Preise galten allesamt am Testtag.
„Am günstigsten ist es, auf Eigenmarken von Biedronka zu achten, ob die gegenüber Markenerzeugnissen bedeutend günstigeren Waren den eigenen Ansprüchen genügen. Dann lässt sich mit dem Einkauf auch entsprechend gut sparen“, sagte die Verkäuferin, die namentlich nicht genannt werden möchte.
Sind alle Produkte in Polen billiger?
Auf dem Parkplatz vor dem polnischen Discounter wird beim Blick auf die Auto–Kennzeichen schnell deutlich, dass viele Deutsche zum Einkaufen über die Grenze fahren. „Hier bei Biedronka in Krajnik Dolny kommen unsere Kunden aus Schwedt und Umgebung“, so ein Markt–Mitarbeiter. Freitags und samstags sei immer am meisten los, dann kaufen die Kunden aus Deutschland praktisch alles, was sie für eine Woche brauchen. „Ohne die große deutsche Kundschaft würde unser Geschäft an diesem Standort nicht funktionieren“, so der Angestellte.
Auf dem Parkplatz räumt ein Ehepaar gerade den Einkauf in den Kofferraum ihres Fahrzeugs. „Wir kaufen immer hier ein, wir schätzen die Produkte, die billiger sind als bei uns in Schwedt“, erklärt das Paar auf Nachfrage. „Der Laden gefällt uns, er ist sauber, alles ist schön eingerichtet und die Preise sind erschwinglich und bieten uns viel Sparpotenzial. Manchmal bringen wir auch gleich noch etwas für Bekannte mit.“
Einkaufsfahrt mit Tanken verbinden
Die nahe gelegene Grenze lockt viele Deutsche nach Polen. In der Nachbarschaft von Krajnik Dolny sind auch das Tanken, Lebensmitteln–Produkte und Zigaretten günstiger. Attraktive Preise führen noch wie vor zu vollen Parkplätzen mit Autos, die über deutsche Kennzeichen verfügen, von den Märkten, vor allem in den Grenzregionen.
Aber ist auf der deutschen Seite alles teurer? „Nicht alles“, antwortete Sylwia, eine Polin, die seit Jahren in Schwedt lebt. „Die Preise für Süßigkeiten, Alkohol oder Drogerieartikel sind in Deutschland niedriger als in Polen.“ Dass dem häufig tatsächlich so ist, bemerken viele deutsche Kunden an den meist mit ganzen Kartons vollgepackten Einkaufswagen in den deutschen Supermärkten. Sie rät darum den Grenzgängern, bevor sie im polnischen Supermarkt etwas in ihren Einkaufskorb legen, sich zu vergewissern, ob es in Polen tatsächlich ein Schnäppchen ist.
Am Ende des Vergleichs lässt sich feststellen, der Einkauf bei der Stichprobe auf polnischer Seite war günstiger, es ist aber eben auch davon abhängig, welche Waren der Kunde kaufen möchte. Über Qualität und Geschmack muss am Ende jeder Kunde für sich selbst entscheiden.



