Eishockey: Blizzards unter Wert bezwungen

Mutiger Rückhalt: Gina Dumaschefski hütet das Eishockey-Gehäuse der Prenzlau Blizzards – gegen den Schlenzer von Adam Dydek (Mitte) zum 1:0 der „Eismammuts“ und später mehrfach bei noch weiteren zehn Gegentoren war sie allerdings chancenlos.
Oliver VoigtWer nur das reine Ergebnis liest, dürfte vermutlich nicht so recht glauben, dass die Kreisstädter zwei Drittel lang die größeren Spielanteile und auch ein Chancenplus besaßen. Das zeigte sich nach 40 Spielminuten auch an einer 5:4-Führung des Außenseiters, der bei seinem bisher einzigen Saisonsieg Lok Berlin überraschend bezwungen hatte.
Die Blizzards zeigten einen äußerst engagierten Start, besaßen durch den späteren doppelten Torschützen Eric Tackmann die erste Großchance und mit Torhüterin Gina Dumaschefski zwischen den Pfosten einen aufmerksamen Rückhalt. Doch dann gelang Adam Dydek durch seine individuelle Klasse mit einem Rückhand-Schlenzer doch die Eismammuts-Führung (5.). Uli Stüber (12.) und Finn Brammann (15.), während eines von drei Überzahlspielen der Prenzlauer wegen Mammut-Zeitstrafen, drehten bis zur ersten Drittelpause das Resultat (1:2).
Der Titelverteidiger war sichtlich angestachelt, was er mit drei Treffern in Folge (Krzystof Lawecki/22., 28.) und Dydek/29.) auch mit dem Drehen des Resultats augenscheinlich machte. Doch eine Blizzard-Eiszeit schien Wunder zu wirken, denn die Kreisstädter kamen mit eigenen drei Toren bis zur nächsten Eispause eindrucksvoll zurück ins Match (Tackmann/31., 38. und Ole Buhr/39.). Für Spannung im Schlussdurchgang war also allemal gesorgt. Wie die Eismammuts das Match dann aber entschieden, war eines Champions würdig: Lawecki (42.), Grzegorz Wisniewski (45., 52.), Dydek (49.), Andrej Hecht (53., 55.) und Gerald Jestrinski (54.) entzauberten den Kontrahenten. Der bewis gute Moral, ließ sich nicht hängen und kam durch Brammans Doppelpack (jeweils 55.) noch zur Ergebniskorrektur.
Die Blizzards sind in ihren verbleibenden vier Vorrundenpartien zumindest dreimal Favorit – sollten sie zudem auch die Flemsdorfer Haie noch bezwingen, ist theoretisch sogar noch das Halbfinale möglich, das der Titelverteidiger als momentaner Vierter natürlich fest im Blick hat. Mit Lok Berlin und den Flemsdorfer Haien warten aber Hochkaräter in zwei der drei noch zu absolvierenden Begegnungen auf die „Mammuts“.
Im zweiten Sonntagsspiel hat das Team von Lokomotive Berlin durch einen 13:6-Erfolg gegen die bisher ungeschlagenen Schwedter Eisbären wohl seine letzte Chance auf das Erreichen der Halbfinals beim Schopfe gefasst. Nach der überraschenden Niederlage gegen die Prenzlau Blizzards und dem 5:14 gegen die Oder Griffins waren die Hauptstädter mächtig unter Zugzwang, legten gegen die Oderstädter dann aber im ersten Drittel eine 2:1-Führung vor.
Noch keine endgültige Entscheidung in der zumeist sehr fairen Partie (nur zwei Zeitstrafen für die Oderstädter) fiel im Mitteldurchgang, der mit 5:3 an die Hauptstädter ging.
Nach jeweils zwei Treffern pro Seite in den ersten sechs Minuten des letzten Durchgangs brachte die Schlussphase dann die endgültige Entscheidung: Binnen zwei Minuten gelangen Lok vier Tore durch vier verschiedene Akteure zum 13:6-Endstand. Weitere schwere Aufgaben warten mit den Flemsdorfer Haien und mit Titelverteidiger Eismammuts auf die Berliner.
Bei den Eisbären, die noch sechs Zähler vor den Hauptstädtern liegen, erzielten Philipp Schön (2), Martin Pieper, Tim Wiese, Kevin Zimmermann und Ralf Schulz die Treffer. Die Schwedter müssen unter anderem noch gegen die „Haie“ und die „Griffins“ ran. Insgesamt gibt es bis zum 23. Februar noch genau 20 Vorrunden-Begegnungen.