Eishockey: Lokomotive sorgt für Hai(e)-Alarm

Junges Team: Mit etlichen Akteuren, die im Jahr 2000 oder später geboren sind, laufen die Oder Griffins in dieser Spieljahr auf. In dieser Szene aus dem zweiten Halbfinale gegen Titelverteidiger Eismammuts Uckermark setzt Paul Herm (17 Jahre) zum Schuss an.
Carola VoigtNach dem 11:5 der Griffins acht Tage zuvor wollte sich der Meister der letzten beiden Spielzeiten, die Eismammuts Uckermark, am Sonntagmittag freilich nicht kampflos seinem Schicksal ergeben. Zehn torlosen Minuten im ersten Durchgang folgte die 3:2-Drittelführung der Oder Griffins. Anton Novikau, Jaroslaw Nocun und Leopold Gladki auf der einen sowie Adam Dydek und Dennis Rietz auf der anderen Seite hatten getroffen.
Bei 6:3 geht’s ins Schlussdrittel
Novikau, Gladki und Nocun trafen auch im Mitteldrittel – und zwar, als die Eismammuts wegen Zeitstrafen in (teilweise doppelter) Unterzahl agieren mussten. Das 3:6 von Rietz (34.) ließ den Meister noch einmal hoffen.
Und er kam durch Krzystof Lawecki auf 4:6 heran (47.), ehe es in die Schlussphase ging. Hier trafen zwar Mirek Majewski und nochmals Dydek, aber die Oder Griffins setzten im Duell der beiden deutsch-polnischen Teams ihrerseits Treffer durch Wojciech Gordziejewski sowie Novikau dagegen und siegten mit 8:6. Damit stehen die Griffins, wie vor zwölf Monaten, erneut im Finale.
Alle Duelle äußerst spannend
Der Kontrahent für dieses Match steht indes noch nicht fest – zwischen dem Hauptrundenzweiten Flemsdorfer Haie und Lokomotive Berlin (3.) muss am Sonnabend das dritte Duell ausgetragen werden. Beide bisherigen Halbfinals verliefen äußerst spannend: Dem 7:6 der Haie folgte nun das gleiche Resultat, allerdings zugunsten der Hauptstädter. Dass Dramatik nicht zwingend auch mit überharter Spielweise gekoppelt sein muss, bewiesen diese beiden Mannschaften: Nachdem es in den ersten beiden Dritteln nicht eine einzige Zeitstrafe gegeben hatte, folgten im letzten Abschnitt eine nach acht Minuten und eine pro Seite in der 60. Minute.
Die Entwicklung der Spielstände widerspiegelt den Spannungsgehalt der Begegnung in der Eis-arena. Sie war übrigens eine Fortsetzung der Duelle beider Teams über die gesamte Saison seit dem Herbst. In den Hauptrunden-Matches hatte es Mitte Dezember ein 14:11 für die Flemsdorfer gegeben, Ende Januar folgte ein noch knapperes 10:8 für die Haie, dem sich das 7:6 der Flemsdorfer im ersten Halbfinale anschloss.
Termin: Sonnabend, 21 Uhr
Jetzt brachten Treffer von Marcel Meißner (8.) und Torsten Müller (14.) die 2:0-Führung der Haie, kurz vor der ersten Drittel-Sirene kam Lokomotive durch Tilo Sprenger auf 2:1 heran. Michael Witmann und Meißner trafen im Mitteldurchgang für die Haie, aber Dennis Voigt und Robert Ackermann mit einem Doppelpack sorgten für das 4:4, ehe es in die letzten 20 Minuten ging.
Witmann und Ackermann beließen es binnen einer Minute durch ihre Tore beim Remis (5:5/ 43.), dann sorgte Stefan Härtel für die Berliner Führung (50.). Dramatik pur entwickelte sich nach Marcel Hauckes 6:6 (56.). Mit seinem 7:6 entschied Dennis Voigt schließlich die Partie und sorgt so für zusätzlichen Hai(e)-Alarm, denn die Flemsdorfer müssen nun natürlich um den erhofften Finaleinzug bangen. Am Sonnabend ab 21 Uhr fällt die Entscheidung.
Drittes Match für Auf- und Abstieg nötig
In ein entscheidendes drittes Spiel geht es auch in der Relega-tion zwischen dem UEL-I-Letzten Schwedter Eisbären und dem UEL-II-Sieger Prenzlau Blizzards. In der von Strafzeiten reich gesegneten Partie – Prenzlau 9-mal, Eisbären 2-mal für zwei Minuten in Unterzahl – glichen die Kreisstädter nach einer 6:9-Niederlage im ersten Match den Vergleich nun mit einem eigenen 6:5-Sieg aus. Spielentscheidender Akteur war Blizzard-Spieler Guido Illgen, der fünf der sechs Treffer seines Teams erzielte, davon allein vier im Schlussdrittel. Der dritte Vergleich im Kampf darum, welche von beiden Mannschaften in der nächsten Saison in der oberen der zwei Ligen spielt, ist für den 21. März, dem finalen Liga-Tag, ab 13 Uhr angesetzt.⇥red