Eishockey: Titelverteidiger gleicht aus

Der herausragende Angreifer dieses Spieljahres in der Uckermark-Eishockeyliga: Anton Novikau von den Oder Griffins, die ihre zehn Partien bisher durchweg gewannen, hat allein bereits 50 Treffer erzielt. Sein Team steht als erster Finalist für den 30. März fest. Wer auch immer der Kontrahent sein wird: Auf Novikau wird man sich ganz bestimmt intensiv einstellen müssen.
Carola Voigt52 Treffer haben die Eishockeyfans in vier Matches am zurückliegenden Sonnabend und Sonntag gesehen. Das zeigt die Spielfreude der beteiligten acht Mannschaften. Fast 30 Zeit- und teilweise sogar Matchstrafen belegen aber auch, dass es mit dem sportlichen Ehrgeiz bisweilen übertrieben wird. Den schlechtesten Eindruck hinterließen hierbei zwei Halbfinalisten.
■ 1. Halbfinale/2. Spiel: Schwedter Eisbären – Oder Griffins 2:11
Einen 11:3-Kantersieg hatte es im ersten Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Vorschlussrunde bereits vor Wochenfrist gegeben. Dass die Eisbären diesmal nicht einmal zehn Spieler für das zweite Match ins Spielprotokoll eintragen ließen, war deutlicher Fingerzeig dafür, wie hoffnungslos sie selbst ihre Lage gegen das in dieser Spielzeit komplett ungeschlagene deutsch-polnische Griffins-Teams einschätzten. Bei 137:40 stand vor dem ersten Bully dessen Torbilanz des Spieljahres nach zehn siegreichen Begegnungen.
Auch diesmal dauerte es weniger als eine Minute, ehe die schwarze Scheibe zum ersten Mal im Netz der Eisbären zappelte: Anton Novikau, inzwischen mit exakt 50 Treffern Liga-Torschützenkönig dieser Saison, traf zum 1:0. Wojciech Gordziejewicz (12.) und nochmals Novikau (19.) ließen in der ersten Periode weitere Treffer zum 3:0-Drittelendstand folgen. Und auch im Mitteldurchgang traf nur der klare Favorit: Jaroslaw Nocun (2) und Paul Herms erhöhten auf 6:0, ehe die letzte Eispause begann. Gordziejewicz und Fabien Kadereit (beide 42.) legten nach Wiederbeginn nach, aber zuvor hatte Mario Gelhaar seine Eisbären zum ersten Mal ein Tor feiern lassen (41.).
Paul Herm (47.) und noch zweimal Nocun (50., 56.) bei einem Gegentreffer von Hartmut Puckelwaldt (54.) sorgten für das mehr oder weniger wohl erwartete Schlussresultat. Die Favoritenrolle dürften die Oder Griffins, egal wie der Gegner heißt, wohl dann auch in 17 Tagen beim Finale auf jeden Fall spielen.
■ 2. Halbfinale/2. Spiel: Flemsdorfer Haie – Eismammuts Uckermark 3:8
Der Titelverteidiger bleibt im Rennen – was beide Kontrahenten den Zuschauern im Schlussdrittel diesmal allerdings lieferten, sollte wohl noch einmal aufgearbeitet werden: Zwei Spieldauer-Herausstellungen sowie neun Zwei-Minuten-Strafen (ungefähr gleichmäßig auf beide Seiten verteilt) verhängten die Referees für unterschiedliche Delikte bis hin zu Schiedsrichter-Beleidigungen. Für den kommenden Sonnabend, wenn es ab 21 Uhr in der Eisarena zum entscheidenden dritten Halbfinale zwischen diesen Teams kommt, sollte da für Klarheit gesorgt werden, damit sich solche 20 Minuten nicht wiederholen – es geht „nur“ um Eishockey und nur um eine regionale Liga, auch wenn freilich niemand gern verliert!
Angesichts der Szenerien soll gar nicht mehr viel zum Match geschrieben werden. Die Treffer seien hier erwähnt: Adam Dydek brachte die Eismammuts in Front (9.), Matthias Giersch glich aus (1:1/14.), doch postwendend fiel das 2:1 des Titelverteidigers (Volker Michalke/15.). Mit 3:1 ging dann der Mitteldurchgang an das deutsch-polnische Team, für welches Dydek im Doppelpack (29., 237.) sowie Dennis Rietz (38.) trafen, während bei den Flemsdorfern lediglich Sven Krenzin erfolgreich war (37.).
Beim Stand von 5:2 ging es also in das besagte Schluss-drittel, das nach Toren abermals ein 3:1 brachte: Dydek, Krzystof Majewski und Andrej Hecht erzielten die Eismammuts-Treffer, das dritte Haie-Tor des Abends ging auf das Konto von Andreas Marschner. Man darf gespannt sein, wie hitzig das dritte Aufein-andertreffen in drei Tagen wird.
■ 2. Spiel um Plätze 5/6: Lokomotive Berlin – Prenzlau Blizzards 7:9
Na gucke einer an: Die Uckermark-Kreisstädter, die gegen Lok bereits das Vorrundenmatch gewannen, haben ein drittes Match um den fünften Liga-Rang erkämpft – es findet laut Terminplan am 30. März, 13 Uhr, statt.
Nach dem 6:13 im ersten Aufeinandertreffen gab es diesmal ein langes Abtasten mit einem komplett torlosen ersten Drittel. Dann ging die Hatz los: Bis zum 3:3 stand es jeweils ausgeglichen, ehe Finn Brammann die Blizzards mit einem lupenreinen Hattrick mit 6:3 in Front schoss. Vor der zweiten Eispause kamen die Berliner, für die einmal mehr Robert Ackermann als vierfacher Torschütze am erfolgreichsten war, auf 6:4 heran. Und Ackermann sowie Tilo Sprenger legten zu Beginn des letzten Abschnitts mit drei Treffern und damit zur erneuten Berliner Führung nach (7:6/53.).
Die Schlussphase gehörte den Prenzlauern: Ole Buhr glich aus (55.), Brammann machte mit einem Doppelpack (58., 60.) die Überraschung perfekt und buchte ein drittes Platzierungsmatch für seine Truppe.
■ 1. Spiel um Plätze 9/10: Eishockeyclub 75 – ESG Landin/Flemsdorf 12:0
In der Vorrunde hatte die ESG das direkte Duell noch mit 7:6 nach Penaltyschießen für sich entschieden. Diesmal aber trat das Team nur zu neunt an und war chancenlos – der EHC 75 erzielte ein Dutzend Treffer, die Hälfte davon im Schlussdrittel. In die Statistik als Torschützen trugen sich ein: Finn-Bardo Rickmann (4), Thomas Habermann, Steffen Walter (je 2), Niklas Manke, Michael Brauchler, Peter Dittmann und Paul Müller.