Erdbeeren aus Polen
: Das kosten die Früchte jenseits der Grenze bei Schwedt

Erdbeeren sind in Polen günstiger als heimische Ware – wie groß ist der Preisunterschied, und was kosten die Früchte an der polnischen Grenze bei Schwedt?
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Die Preise für deutsche Erdbeeren sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Erdbeeren aus Polen bieten in der Grenzregion rund um Schwedt eine günstige Alternative zu den deutschen Früchten.

Die Preise für deutsche Erdbeeren sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Erdbeeren aus Polen bieten in der Grenzregion rund um Schwedt eine günstige Alternative zu den deutschen Früchten.

Leona Bellinda Schröder
  • Erdbeeren aus Polen sind bei Schwedt günstiger als deutsche; 500g kosten 3€ statt 4,70-5,90€.
  • Niedrigere Lohn- und Produktionskosten in Polen machen die Früchte günstiger.
  • Deutsche Erdbeerpreise stiegen seit 2020 um 59%; 2025 kosten 500g oft über 5€.
  • Deutsche konsumieren 3,3kg Erdbeeren pro Jahr; Anbaufläche sank seit 2013 um ein Viertel.
  • Polnische Erdbeeren sind eine preiswerte Alternative im Grenzgebiet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Erdbeersaison ist in vollem Gange und lockt Verbraucherinnen und Verbraucher in der Uckermark auf die Felder und Märkte. Während heimische Erdbeeren ihren Preis haben, suchen viele nach preiswerten Alternativen – und werden jenseits der Oder schnell fündig.

Auf der polnischen Seite nahe bei Schwedt lassen sich die süßen Früchte deutlich günstiger einkaufen als auf der deutschen Seite. Doch warum ist das so? Was gibt es beim Einkauf zu beachten – und wie viel kosten die Früchte im Nachbarland?

Frische Erdbeeren nahe der Grenze bei Schwedt

In Krajnik Dolny nahe der Grenze bei Schwedt bieten zahlreiche kleine Verkaufsstände frische Erdbeeren direkt vom Feld an. Die Früchte stammen meist aus regionalem Anbau und werden täglich frisch geliefert. Das Angebot richtet sich sowohl an Einzelkunden als auch Abnehmer größerer Mengen. Neben Erdbeeren finden sich dort weitere regionale Obst- und Gemüsesorten, darunter etwa Spargel und Kartoffeln.

Die Preise sind dabei im Jahr 2025 attraktiv: Für eine 500-Gramm-Schale Erdbeeren werden rund 3,00 Euro verlangt – deutlich weniger als auf deutschen Märkten, denn hier kosten vergleichbare Mengen zwischen 4,70 und 5,90 Euro. Bezahlt werden kann häufig auch in Euro statt in Zloty, was den Einkauf zusätzlich unkompliziert macht.

Wer größere Mengen einkaufen möchte, sollte früh am Tag kommen, da die begehrten Früchte am Nachmittag oft bereits ausverkauft sind. Damit die Erdbeeren möglichst unversehrt und frisch zu Hause ankommen, sollten sie mach Möglichkeit in einer Kühltasche oder einem Korb transportiert werden.

Preisanstieg bei deutschen Erdbeeren

Die Preise für Erdbeeren sind in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich gestiegen, seit 2020 laut Statista um 59 Prozent. Im Einzelhandel und bei Direktvermarktern sind die Preise deutlich höher als noch vor wenigen Jahren: Im Jahr 2022 kostete eine 500-Gramm-Schale aus regionalem Anbau oft weniger als vier Euro, heute sind Preise von fünf Euro und mehr keine Seltenheit. In Prenzlau etwa zahlt man derzeit für gepflückte Erdbeeren vom Erdbeerhof Stegemannshof 4,70 Euro pro 500 Gramm, selbst pflücken ist hier günstiger.

Kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze bei Schwedt, in Krajnik Dolny, kostet derzeit eine 500-Gramm-Schale frischer Erdbeeren drei Euro. Die Erdbeeren kommen frisch gepflückt vom Feld, erklärt ein Verkäufer an einem der Stände.

Doch wie kommt dieser Preisunterschied zustande?

Darum sind polnische Erdbeeren günstiger

Mehrere Faktoren beeinflussen die Preisgestaltung. In Deutschland schlagen vor allem hohe Lohn- und Energiekosten, gestiegene Preise für Betriebsmittel sowie Investitionen in Verpackung und gegebenenfalls Folientunnel zu Buche. Der größte Kostenfaktor bleibt die Ernte: Allein rund 2 Euro von 4,50 Euro pro Schale entfallen auf Anbau und Ernte.

In Polen dagegen sind die Lohnkosten niedriger, zudem profitieren viele Betriebe von günstigeren Produktionsbedingungen und geringeren Materialkosten. Somit können die polnischen Früchte zu deutlich geringeren Preisen als in Deutschland angeboten werden.

Erdbeeren sind bei Deutschen beliebt

Der Pro-Kopf-Konsum von Erdbeeren ist leicht rückläufig. Mit 3,3 Kilo aßen die Deutschen im Jahr 2023 / 2024 durchschnittlich 700 Gramm weniger Erdbeeren als im Vorjahr, was unter anderem auf die gestiegenen Preise zurückzuführen sein könnte.

Beliebt ist die Erdbeere nach wie vor in Deutschland:

Sie rangiert auf Platz vier der meistgekauften Obstsorten – hinter Äpfel, Bananen und Trauben.

Die Anbaufläche für Erdbeeren in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Viertel zurückgegangen – von 19.434 Hektar im Jahr 2013 auf 14.010 Hektar im Jahr 2023.

Botanisch betrachtet zählt die Erdbeere nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten.

Richtige Nüsse sind Erdbeeren dennoch nicht, den nur die kleinen, gelblichen Samen auf der Oberfläche gelten als Nüsschen.

Das rote, saftige Fruchtfleisch, das als Erdbeere wahrgenommen wird, ist eine sogenannte Scheinfrucht oder Sammelfrucht.

Polnische Erdbeeren sind für Verbraucherinnen und Verbraucher im Grenzgebiet bei Schwedt eine preiswerte Alternative zu regionalen Früchten. Der Preisunterschied von bis zu 1,70 Euro pro 500 Gramm macht sich im Portemonnaie bemerkbar.

Steigende Produktionskosten, geringere Anbauflächen und der wachsende Importdruck setzen die heimischen Betriebe zunehmend unter Druck. Während die Nachfrage nach Erdbeeren weiterhin hoch bleibt, bleibt der Markt in Bewegung – und der Griff zur günstigeren Schale aus Polen für viele Menschen eine naheliegende Option.