UPDATE, 14. Mai:
Nach der Explosion in einer Bäckerei in Lychen in der Uckermark ist in der Nacht zum Samstag ein Gasleck am Ort des Unglücks entdeckt worden. Es seien aber keine weiteren Maßnahmen erforderlich, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Uckermark am Samstag auf Anfrage. Weitere Auskünfte konnte der Polizeisprecher nicht geben.
Der Unglücksort werde von einer Spezialfirma überwacht, die weiter Messungen der Gaskonzentration vornehme, sagte er. Am Freitagabend waren 24 Menschen, die nach der Explosion in Sicherheit gebracht worden waren, in ihre Häuser zurückgekehrt.
Noch mehrere Stunden nach der Detonation war am Ort des Unglücks eine hohe Gaskonzentration gemessen worden. Die Anwohner umliegender Häuser wurden daher in Sicherheit gebracht. Am Abend sei die Gaskonzentration dann auf Null gesunken, teilte Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß am Samstag mit. Die Ermittlungen zur Ursache der Explosion dauerten an. Cotte-Weß bestätigte, dass Mitarbeiter in einer nahe gelegenen Bankfiliale in den Tagen zuvor Gasgeruch wahrgenommen hätten. Daraufhin habe eine Firma noch bis Freitagfrüh um 2.00 Uhr an der Gasleitung gearbeitet. Ob es einen Zusammenhang mit der anschließenden Explosion gab, sei aber bislang unklar, betonte Cotte-Weiß.
Bei der Explosion war am Freitagmorgen ein Doppelhaus am Markt in Lychen teilweise eingestürzt. Eine 55 Jahre alte Mitarbeiterin der Bäckerei wurde dabei schwer verletzt. Die Frau habe Gesichtsverletzungen durch Splitter erlitten, teilte die Polizei mit. Sie wurde nach Angaben der regionalen Leitstelle mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Berlin geflogen. Der Frau gehe es bereits besser, sagte Cotte-Weiß am Samstag. Sie sei nicht lebensgefährlich verletzt worden.
Stand 13. Mai:
In einer Filiale der Landbäckerei Janke in Lychen im Landkreis Uckermark hat es eine heftige Explosion gegeben, dabei wurde eine Frau schwer verletzt. Das Gebäude im Stadtzentrum sei am Freitagmorgen gegen 4.55 Uhr völlig zerstört worden, es gebe nur noch einen Schuttberg, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost.
Von dem Haus steht nur noch ein Teil, darunter der Eingang zur Bäckerei. Der andere Teil ist komplett eingestürzt, nur noch Trümmer und eine Hauswand sind zu sehen. Auch der Rest des Gebäudes droht einzustürzen. Der Platz, an dem das Haus liegt, ist deshalb abgesperrt.
Bäckerei-Filiale in Lychen liegt in Trümmern – 55-Jährige verletzt

Explosion in der Uckermark Bäckerei-Filiale in Lychen liegt in Trümmern – 55-Jährige verletzt

Nachbarhäuser evakuiert

Vier Nachbarhäuser mussten evakuiert werden. Als Ursache für die Explosion wird inzwischen ein Gas-Austritt angenommen. Die Feuerwehr vor Ort hatte gegen Mittag immer noch hohe Gas-Werte gemessen. Wie es zu dem Gas-Austritt gekommen ist und wie das Gas in das Gebäude gelangte, untersuchen auch Experten vom LKA in Brandenburg.
Feuerwehr und Katastrophenschutz waren am Vormittag ebenfalls im Einsazu. Spürhunde sollten in den Trümmern nach weiteren Menschen suchen. Die benachbarten Gebäude müssten überprüft werden, um festzustellen, ob sie noch bewohnbar sind.

Bäckerei-Mitarbeiterin im Gesicht verletzt

Inzwischen wurde bekannt, dass es sich bei der verletzten Person um eine 55-jährige Frau handelt. Wie ein Mitarbeiter der betroffenen Landbäckerei Janke mit Sitz in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) auf Nachfrage sagte, hatte die Verkäuferin am Morgen das Geschäft aufgeschlossen. Als sie das Licht einschaltete, sei es zur Explosion gekommen. Die Frau wurde am Gesicht verletzt. Sie wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Berlin geflogen.
Der Markt war abgesperrt. Einige Experten, die die Trümmer untersuchen wollten, waren zunächst noch nicht vor Ort. Die Bäckerei liegt direkt am Markt, schräg gegenüber steht das Rathaus der Flößerstadt, die auch die Stadt der sieben Seen genannt wird.
Der Inhaber der Bäckerei-Kette, Norbert Janke, hatte sich vor Ort selbst ein Bild von dem Unglück gemacht. In einer Videobotschaft teilte er in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram mit, dass die Mitarbeiterin bereits auf dem Weg der Besserung sei. „Bei dieser verheerenden Explosion sind wir einfach nur froh, dass nicht mehr passiert ist“, so Janke.

24 Menschen wurden bisher aus umliegenden Gebäuden evakuiert

Aus den Nachbargebäuden sind zuerst 15 Menschen vorübergehend evakuiert worden. Sie sind nach Angaben der Polizei vorübergehend bei der Feuerwehr untergebracht worden.
Wie die Polizeidirektion Ost am Nachmittag mitteilte, mussten bis 12.30 Uhr weitere neun Personen ihre Wohnungen verlassen. Energieversorger und Feuerwehr messen derzeit in jedem Haus die Gaskonzentration in der Luft. Deshalb bleibt der Markt weiterhin gesperrt. Derzeit können weitere Evakuierungen nicht ausgeschlossen werden. Zur Schadenshöhe liegen noch keine Angaben vor.