Forschungsprojekt
: Sorglos-Paket für Klimaschutz

Ein Projekt ermöglicht Schülern, auf der Solar Explorer auf dem Werbellinsee für den Klimaschutz zu forschen.
Von
Danilea Windolff
Angermünde
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Leinen los: Die Grundschüler erleben dank Förderung durch Sponsoren kostenlose spannende Projekttage.

Daniela Windolff

Raus aus der Schule, rauf aufs Boot – so machen Grundschulkinder fürs Klima mobil. Während Klimaaktivistin Greta über den Ozean segelt, schippern hier Jungen und Mädchen über den Werbellinsee. Das Anliegen ist gleich: Sie wollen als junge Generation aktiv etwas gegen den Klimawandel tun und setzen sich intensiv mit dem Thema auseinander.

Ideale Möglichkeiten bietet ihnen dazu ein neues Projekt, das von der Verwaltung des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin und dem Verein Kulturlandschaft Uckermark ins Leben gerufen wurde. In einem Projekttag auf dem Experimentierschiff Solar Explorer auf dem Werbellinsee lernen die Schüler anschaulich und spielerisch wichtige Grundlagen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz und erfahren ganz praktisch, was sie selbst im Alltag dafür tun können.

„Die globalen Ursachen und Folgen sind ja ein sehr komplexes Thema, das man Kindern nur schwer vermitteln kann. Auf dem Solar Explorer können die Schüler experimentieren und anschaulich erleben, was beim Klimawandel passiert“, erklärt Frieder Mundt. Er ist Klimamanager im Biosphärenreservat und Projektverantwortlicher für das Zenapa-Projekt, das für Zero Emission Natur Protection Areas, also null Emission in Naturschutzgebieten, steht. Gemeinsam mit Evelyn Niemeier vom Kulturlandschaft Uckermark e. V. als Träger des Solar Explorers, hat er den Klimaprojekttag für Grundschüler aus der Taufe gehoben, der nach den Sommerferien startete.

Zehn Grundschulen aus Barnim und Uckermark wurden dafür ausgewählt. Durch die finanzielle Förderung der Kreiswerke Barnim, der Firma AcoTec Angermünde sowie des Landkreises Uckermark können diese Projekttage für Schulen kostenfrei angeboten werden. Auch der Transport der Kinder nach Altenhof wird durch Sponsoren gesichert. Die Kosten seien ein Grund dafür, dass bisher nur wenige Schulen aus dem Umland die Möglichkeiten des außerschulischen Lernens auf dem Experimentierschiff nutzen, meint Evelyn Niemeier. Von Prenzlau nach Angermünde koste die Busfahrt beispielsweise rund 500 Euro für die Schule.

Manchmal sei auch der zeitliche Aufwand für zusätzliche Programme für die Lehrer zu groß. Deshalb wurden für das Projekt zunächst vor allem kleinere Schulen aus dem ländlichen Raum ausgewählt, die seltener Gelegenheit für außerschulische Lernorte haben. Ihnen wird mit dem Klimaprojekt sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket angeboten, von der Organisation und Logistik bis zum inhaltlichen Programm, das durch Bildungsreferenten des Vereins Kulturland gestaltet wird.

Weitere Unterstützer gesucht

Den Auftakt machten Grundschulen aus Gramzow und Lychen. Auch zwei Prenzlauer Grundschulen, die Freie Schule Angermünde und die Grundschulen aus Gerswalde, Oderberg, Groß Schönebeck, Finow und Joachimsthal waren oder sind dabei. „Es haben sich weit mehr Schulen beworben – deshalb versuchen wir, weitere Sponsoren und Unterstützer zu finden, um dieses Pilotprojekt im nächsten Jahr fortsetzen zu können“, sagt Frieder Mundt.

„Wir haben es geschafft, dass in dem landkreisübergreifenden Projekt viele Partner an einem Strang ziehen. Neben Sponsoren haben wir Bildungspaten gefunden, Unternehmen, die konkrete Projekte zum Thema Klimaschutz gemeinsam mit Schulen entwickeln und umsetzen.“ Zu den Klima-Bildungspaten gehören das Gut Kerkow, die Stadtwerke Angermünde, die Wasserwerke Eberswalde, die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft und Enertrag. Sie können ihr Know-how in die Schulen bringen und nachhaltige Bildung für künftige Generationen fördern, die später vielleicht ihre Fachkräfte oder Kunden werden. „Klimaschutz geht ja nur gemeinsam. Wie die Fridays-for-future-Bewegung zeigt, sind Kinder wichtige Multiplikatoren“, ist Mundt überzeugt.

Der Projekttag auf dem Solarschiff ist nur ein Baustein, Kindern eine Stimme zu geben, sie zu sensibilisieren und zu motivieren, achtsam mit den Lebensgrundlagen umzugehen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Das können und sollen sie auch von den Erwachsenen fordern. Zum Abschluss wird es eine Kinderklimaschutzkonferenz geben. Zudem wird das Projekt von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde wissenschaftlich begleitet.