Fridays for Future
: Schulausfall wird Projekt

100 Teilnehmer folgten in Schwedt dem Aufruf von Fridays for Future, diesen Freitag weltweit auf die Straße zu gehen.
Von
Michael Dietrich
Schwedt
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  • Start zur Demo: Am weltweiten Klimastreik von Fridays for Future beteiligten sich 100 Schwedter. Die trafen sich vor dem Centrum Kaufhaus, ein Teil von ihnen marschierte durch die innenstadt.

    Start zur Demo: Am weltweiten Klimastreik von Fridays for Future beteiligten sich 100 Schwedter. Die trafen sich vor dem Centrum Kaufhaus, ein Teil von ihnen marschierte durch die innenstadt.

    Oliver Voigt
  • Plakate, Transparente: Im Unterricht hatten sich die Schüler der Talsand-Schule vorher inhaltlich mit Klimapolitik beschäftigt.

    Plakate, Transparente: Im Unterricht hatten sich die Schüler der Talsand-Schule vorher inhaltlich mit Klimapolitik beschäftigt.

    Oliver Voigt
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Schüler, Lehrer, Erwachsene und Rentner haben am Freitag  beim Klimastreik teilgenommen. Die Polizei zählte 100 Teilnehmer, die sich zu der bezeichnenden Zeit Fünf vor Zwölf am Platz der Befreiung trafen, um für Klimaschutz und die Zukunft des Planeten zu demonstrieren. Teilnehmer hatten vorher Plakate und Transparente gemalt.   „Wir machen Druck“ ruft Demo–Organisator Alexander Stolze unter Beifall ins Mikro, „35 000 Demos sind heute global angemeldet, das gab‘s noch nie. Und Schwedt ist dabei!“

Auf den Marsch der Demonstration durch die Innenstadt machten sich dann 70 Teilnehmer. Unter ihnen viele Schüler der Talsand–Gesamtschule. „Wir streiken nicht, wir haben Unterricht“, erklärt Schülerin Charlotte (13). Auf einem Plakat hat sie ihre Forderungen aufgeschrieben: „Diesel– und Benzin–Preise erhöhen, Kohleproduktion stoppen, AKW wegschaffen“. Ihre gleichaltrige Schulfreundin Charly hat  Spongebob Schwammkopf und seine Unterwasser–Wohnung in einer Ananas auf ihr Plakat gezeichnet. „Wenn das mit dem Klima so weiter geht, trocknet die Ananas aus und Spongebob kann nicht mehr darin wohnen“, erklärt sie ihr Bild und ihre Forderung, dass der Ausstieg aus der Kohle 2019 zu spät sei. Die Schüler haben im Geographie–Unterricht das Projekt „Klimastreik“ behandelt, Plakate gemalt und als Unterrichtsbestandteil an der Demo teilgenommen. Eine Idee von Lehrerin Bärbel Ramm, die für die Linken im Schwedter Stadtparlament sitzt.

Die Demo führte am Rathaus vorbei, wo die Teilnehmer laut  "Fridays for Future — Zukunft für Schwedt“ riefen. Eine Hochzeitsgesellschaft, die nach der Trauung dem Paar vor dem Rathaus gratulierte, schaute erst etwas irritiert, um dann aber einfach ihr Glückwunsch–Lied etwas lauter zu singen. Über den Schulhof der Dreiklang–Oberschule ging es weiter bis zum Vierradener Platz und zurück zum Platz der Befreiung.

Unter den Teilnehmern waren auch Umweltaktivisten wie Rotraut und Helmut Gille und Olaf Rochlitz. „Wir wollen, dass auch unsere Enkel gut leben können auf dieser Erde“, sagte Rotraut Gille. Der Großteil der Teilnehmer sind dennoch Schüler. Frodo (16) von der Talsand–Schule hat seine Werbung für Klimaschutz in witzige Botschaften verpackt. „Auf diesem Planeten gibt es Bier. Schütze den Planeten!“ schrieb er auf Englisch darauf. Antoni (15) vom Gauß-Gymnasium sagt, er findet es total wichtig, sich für den Klimaschutz zu engagieren, „damit ich auch in 50 Jahren noch einen Grund habe, morgens aufzustehen.“ Paul (17) filmte die Demo und ihre Forderungen mit Handy und GoPro, um anderen davon zu berichten. Auch Isabell (16) vom Talsand demonstrierte mit. Sie erzählte, vor der Klimademo einige Dokumentationen über den Klimawandel gesehen zu haben. „Das ist wohl doch schlimmer, als ich dachte. Als Einzelner kann ich ja nichts ausrichten. Aber in der Gruppe hört man uns schon eher.“

Die Demo, deren Start eigentlich für 13.15 Uhr angekündigt war, endete kurz vor 13 Uhr, damit die Schüler noch den Bus zurück zur Schule schaffen.