Das Brunnenwasser in Schwedt und der Region ist nach wie vor mit Nitrat belastet. Zu diesem Ergebnis kommen die Umweltschützer vom VSR-Gewässerschutz, die vor einigen Wochen in der Nationalparkstadt Station gemacht haben, um gegen ein Entgelt das Brunnenwasser der Bürger zu untersuchen. Nun teilte Projektleiter Harald Gülzow die aktuellen Erkenntnisse mit.
155 Bürger ließen ihr Wasser von dem Verein testen und nahezu jeder dritte von ihnen bekam nun die schlechte Nachricht: Die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe überschreitet den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Als Verursacher hat Gülzow die intensive Landwirtschaft ausgemacht.

Kritik an der EU wegen Nitratbelastung in der Landwirtschaft

Die Vereinsvorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow kritisiert daher die Europäische Union mit ihrer Subvention für die Landwirte in Europa: „Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen.“
Der VSR-Gewässerschutz fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer Bewirtschaftung gezahlt werden, die die Gewässer schond. Folgende Ergebnisse teilen die Umweltschützer für Schwedt und die Umgebung mit: In Gartz fanden sie 120 Milligramm pro Liter, in Schwedt selbst waren es 140 Milligramm, in Meyenburg 137 Milligramm, in Zützen 121 Milligramm und in Flemsdorf enthielt das untersuchte Brunnenwasser 155 Milligramm Nitrat pro Liter.

Forderung nach einer Agrarreform

Der VSR-Gewässerschutz fordert die Agrarpolitik auf die anstehende EU-Agrarreform so zu gestalten,dass die Nitratbelastung unserer Gewässer verringert wird. Nur die großen Betriebe konnten mit intensiver Bewirtschaftung den Dumpingpreisen der Discounter standhalten. Die bäuerliche Landwirtschaft wurde verdrängt und die ökologische Landwirtschaft konnte nichtso wachsen, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre.
Hier wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichtet. Die Zahl der Tiere orientiert sich an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung steht. So werden Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden. Der ökologische Landbau könne die von der Agrarindustrie hervorgerufene Nitratbelastung erheblich verringern, sagte Susanne Bareiß-Gülzow.