Heimatliebe
: Schwedter aus aller Welt feiern Premiere mit Fortsetzung

Mehr als 80 Ur-Schwedter begegnen sich beim 29. Treffen in der Oderstadt. Großes Ausflugsprogramm und Besuch des Museums.
Von
Jörg Matthies
Schwedt
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  • Trotz Hitze ein großes Programm gemeistert: Beim Ausflug nach Galenbeck unweit der uckermärkischen Grenze trauten sich einige Gäste des Heimattreffens auf die Plattform der einzigen erhaltenen zweistöckigen Tanzlinde in Norddeutschland.

    Trotz Hitze ein großes Programm gemeistert: Beim Ausflug nach Galenbeck unweit der uckermärkischen Grenze trauten sich einige Gäste des Heimattreffens auf die Plattform der einzigen erhaltenen zweistöckigen Tanzlinde in Norddeutschland.

    Stadt Schwedt
  • Kommen bestimmt wieder: Lothar Herder und seine Lebensgefährtin Ulla Kraus aus Leverkusen waren erstmals beim Schwedter Treffen.

    Kommen bestimmt wieder: Lothar Herder und seine Lebensgefährtin Ulla Kraus aus Leverkusen waren erstmals beim Schwedter Treffen.

    Stadt Schwedt
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Weißt du noch: Anfang der 60er-Jahre fuhr die Eisenbahn bis direkt ins EVW zu den Baustellen. Da gab es sogar einen 1.-Klasse-Wagen, der immer heiß umkämpft war. Wir kannten eigentlich nur den Weg Unterkunft-Betrieb-Unterkunft.“ Kaum ist das diesjährige Treffen eröffnet, ist man bei den Gesprächen natürlich schon wieder in der Vergangenheit angekommen. Seit 1990 ein „geübtes Ritual“.

Schirmherr und Bürgermeister Jürgen Polzehl begrüßte diesmal mehr als 80 fortgezogene und hiesige Ur-Schweder, die ihrer Heimatstadt mit Herz und Seele verbunden sind. Erstmals zu Gast waren Lothar Herder, Jahrgang 1939, und seine Lebensgefährtin Ulla Kraus aus Leverkusen. Der gebürtige Berliner zog 1944 zu den Großeltern nach Schwedt, nachdem sein Vater an die Front musste und bei Smolensk fiel. Die Großeltern betrieben in Schwedt die bekannte Bäckerei Herder, die ihr Mehl damals von der Mühle in Heinersdorf bezog. Nach dem Krieg kam Lothar Herder über die Familienzusammenführung des Deutschen Roten Kreuzes nach Opladen (heute Leverkusen). Da der Schwedter Heimatverein und der Opladener Geschichtsverein seit 20 Jahren enge Kontakte pflegen, erfuhr Herder auch von den jährlichen Treffen und machte sich auf den Weg an die Oder.

Trotz Hitze wartete auf die Gäste ein anspruchsvolles Programm. Den Auftakt machte der stellvertretende Nationalparkleiter Michael Tautenhahn mit seinem Vortrag zur Oder und zum Nationalpark Unteres Odertal mit der vielfältigen Flora und Fauna.

Zweistöckige Tanzlinde besucht

Beim Empfang am nächsten Morgen informierte Stadtoberhaupt Polzehl über Aktuelles in der Stadt, so die bevorstehende Einweihung der Flussbadestelle am Kanal und einer neuen Gedenktafel im Stengerhain, über das Bauen in Schwedt, unter anderem die Sanierung des Parks Monplaisir. Und er gab einen Ausblick auf 2020 ganz im Zeichen des 755. Geburtstages der Oderstadt. Der Nachmittag führte die Gäste ins Nachbarland Polen, um die Schloss- und Parkanlage Prillwitz (Pzelewice) zu besichtigen.

Beim Sonnabend-Tagesausflug besichtigten die Teilnehmer den bezaubernden Ort Galenbeck am Rande der Friedländer Wiese im angrenzenden Mecklenburg-Vorpommern. Die Ortsvorsteherin hatte Interessantes zu berichten über den „Schiefen Turm“ von Galenbeck, dem Rest einer mittelalterlichen Burganlage, über das Dorfkirchlein und die Luisenlinde, die einzig erhaltene zweistöckige Tanzlinde in Norddeutschland. Auf dem Podest in der Baumkrone finden bis zu 25 Leute Platz. Das Malchower Labyrinth war für viele Heimatfreunde eine Überraschung – so manch Neugieriger probierte die rätselhaften Wege der schönen Gartenanlage selbst aus.

Mit dem obligatorischen Besuch der aktuellen Ausstellung im Schwedter Stadtmuseum, geführt von Museumsleiterin Anke Grodon, und einer Kaffeeschifffahrt nach Niedersaathen klang das Treffen aus. „Wir kommen nächstes Jahr auf alle Fälle wieder“, waren sich Lothar Herder und seine Partnerin nach ihrer Premiere einig. „Dann bestimmt mit unserem BMW-Motorrad-Gespann“, kündigt der kleine, drahtige Mann an. Seine 80 Jahre halten ihn nicht von seiner großen Leidenschaft ab, ausgedehnte Motorradtouren durch ganz Deutschland und darüber hinaus zu unternehmen.

Das Treffen, das dann 30-jähriges Bestehen feiert, wird Ende September zur großen Stadt-Geburtstagsparty stattfinden.

Seit 1990 jährliche Treffen im August oder September

Seit 1990 treffen sich alljährlich im August oder meist im September die Ur-Schwedter in ihrer Heimatstadt. Sie kommen beileibe nicht nur aus Schwedt und der näheren Umgebung, sondern fast aus der ganzen Welt, um an diesem Treffen teilzunehmen. Vor allem der Ur-Schwedterin Eva Brummund ist der inzwischen fast drei Jahrzehnte lange Zeitraum der Treffen zu verdanken. Das dreitägige Beisammensein wird alljährlich durch das Rathaus organisiert und hält jedesmal ein neues, spannendes Programm bereit. ⇥red