Die Fakten: Bereits Ende Juni können die laufenden Kosten nicht mehr gedeckt werden. Wenn bis dahin nicht neue Spender gefunden sind, muss eine Mitarbeiterin entlassen werden.
"Die ehrenamtlichen Mitarbeiter verzichten bereits auf ihre monatliche Entschädigung in Höhe von 100 Euro", sagt Madeleine Filbrich, die selbst zum Team der Ehrenamtlichen gehört. "Viele der Betriebe, die wegen der ak-­tuellen Situation einfach nichts zum Spenden haben, wollen uns im kommenden Jahr wieder unterstützen – in der Hoffnung, dass die Pandemie dann vorbei ist", sagt Filbrich. Das Finanzloch klafft also vor allem in diesem Jahr und könnte sich 2021 schon wieder schließen.
Das Team des Tierheims spart daher schon an allen Ecken und Enden. Ein Engpass droht auch beim Bezahlen der Stromrechnung. "Wir sparen schon, wo wir können", sagt Filbrich. So stehe die Waschmaschine genauso still wie der Trockner.
Futter gibt’s noch ausreichend
Im Schwedter Tierheim sind drei Mitarbeiter fest angestellt. Eine Stelle wird von der Arbeitsagentur gefördert. "Ausgerechnet einer alleinerziehenden Mutter droht nun, dass wir sie nicht länger bezahlen können", so Filbrich. Da komme noch ein persönliches menschliches Schicksal hinzu.
Noch nicht leiden müssen die Tiere, die an der Berliner Straße untergebracht sind und versorgt werden. "Wir haben noch ausreichend Futter, sodass uns in dieser Hinsicht noch keine Not droht. Die Tiere müssen nicht hungern. Es fehlt wirklich das Geld", macht Filbrich deutlich.
Das Team vom Tierheim hat bisher nicht die Hände in den Schoß gelegt. "Wir haben schon an viele Türen geklopft", sagt die Tierheim-Mitarbeiterin. So hätten die Tierschützer auch große Firmen in der Stadt angeschrieben wie Butting oder die Stadtwerke Schwedt. "Bisher haben wir von dort noch keine Antwort erhalten", sagt Filbrich. Die Schreiben seien aber auch gerade erst rausgegangen.
Insbesondere von den Stadtwerken Schwedt erhofft sich das Tierheim Unterstützung. "Nicht nur als Sponsoring-Partner, wir hoffen auch auf ein Entgegenkommen bei den Stromkosten – das wäre toll", sagt sie. Viele Unterstützer aus dem Umkreis des Tierheims haben inzwischen schon persönliche Bindungen genutzt, um Einzelspenden zu sammeln, um die regelmäßige finanzielle Zuwendung aufzufangen, die nun weggefallen ist.
Senioren haben gesammelt
"Dabei hatten wir schon Erfolge", schildert die Tierschützerin. So hätten die Senioren des AWO-Treffs für das Tierheim gesammelt, nachdem sie von der Notlage erfahren haben. "Wir planen jetzt auch, Spendenbüchsen in Geschäften aufzustellen", sagt Filbrich. Mit vielen Inhabern habe es schon Gespräche gegeben – die Tierheim-Besatzung freuen die Zusagen, dass dort Spenden für die Einrichtung gesammelt werden dürfen.

Das Tierheimin Schwedt

Das Schwedter Tierheim wurde 1993 aus der Taufe gehoben. Als sich der Verein "Schwedter Tierschützer" am 18. Oktober 1993 gründete, sollte das Tierheim zunächst eine Auffangstation werden. Es war geplant, die abgeschobenen und ausgesetzten Tiere dann auf anderen Einrichtungen in der Umgebung zu verteilen. Das war allerdings dann nicht möglich, weil alle Tierheime voll belegt waren – so wurde aus der Auffangstation ein kleines Tierheim. Außer den Tierheimtieren betreuen die Tierpfleger auch Pensionstiere während der Urlaubszeit, des Krankenhausaufenthaltes oder bei Dienstreisen. pif