Hund in Schwedt: Wie Orry seiner Halterin und anderen hilft

Anja Falke lässt ihren Patterdale Terrier Orry zum Besuchshund ausbilden. Beide sind ein eingespieltes Team.
Oliver Voigt- Anja Falke bildet ihren Hund Orry in Mecklenburg-Vorpommern zum Besuchshund aus.
- Die 1330-Euro-Ausbildung wird durch Spenden und Unterstützung finanziert.
- Orry spendet Patienten in Schwedt Trost – etwa auf der Intensivstation der Kastanienhöfe.
- Anja engagiert sich auch kreativ in der Lebenshilfe und plant Besuche mit Orry an Schulen.
- Trotz Hirntumor bleibt sie aktiv und zeigt, wie Hunde Menschen Hoffnung geben können.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Anja Falke hat sich ein besonderes Ziel gesetzt: Sie bildet ihren Hund Orry, einen reinrassigen Patterdale Terrier, zum Besuchshund aus. Die Ausbildung ist für sie mehr als nur ein Hobby – sie ist eine Möglichkeit, trotz der Folgen ihrer schweren Erkrankung aktiv zu bleiben und anderen Menschen Freude zu bereiten.
Die Diagnose Hirntumor hat Anja Falke vor einigen Jahren schwer getroffen. Obwohl der Tumor nur teiloperiert werden konnte und noch große Teile im Gehirn verbleiben, lässt sie sich nicht unterkriegen. „Die Therapeuten haben mir geraten, mir doch ein Hund zuzulegen“, erzählt sie mit einem Schmunzeln – dieser sei Ausdruck für einen strukturierten Tagesablauf, der ihr hilft, mit den körperlichen und psychischen Herausforderungen umzugehen.
Hund in Schwedt – ein ausgeglichener Begleiter
Orry, ihr Patterdale-Terrier, ist ein ruhiger und ausgeglichener Begleiter. „Er bellt nicht, ist menschenfreundlich und hat ein sehr angenehmes Wesen“, beschreibt Anja ihren Hund. Mit ihm hat sie bereits erste Schritte in der Ausbildung zum Besuchshund unternommen, die sie in Mecklenburg-Vorpommern absolviert – eine Stunde Fahrt von ihrem Wohnort entfernt.
Die Ausbildung kostet 1330 Euro, ein hoher Betrag für die 52-Jährige, die lediglich eine Erwerbsminderungsrente bezieht. Dank eines Aufrufs bei GoFoundMe und der Unterstützung von Freunden und ehemaligen Kollegen aus dem Schwarzwald konnte sie die Kosten stemmen. „Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen helfen, auch wenn man hier noch nicht viele Kontakte hat“, sagt Anja Falke dankbar.
Die Hundehalterin ist erst 2022 aus dem Schwarzwald nach Schwedt gezogen. Als Rückkehrerin, wie sie sagt. Sie sei nach der Wende aufgrund des Jobs nach Baden-Baden gezogen und hat dort gern gelebt und als Erzieherin in einem Kinderheim gearbeitet. Doch dann kam die Diagnose. „Und dann hat meine Familie gesagt, sie kann mich hier besser pflegen und umsorgen“, so Anja Falke. Ein Jahr später zog Orry bei ihr ein. Die Rasse kannte sie, sie hatte zuvor schon einmal einen Patterdale Terrier.
Zum Training gehören Grundgehorsam, das Liegenbleiben an einem Platz trotz Ablenkungen und das Ignorieren von Kommandos Fremder. Ein wichtiger Teil ist auch ein Eignungstest, bei dem geprüft wird, wie der Hund auf verschiedene Situationen reagiert und wie stark die Bindung zwischen Hund und Halterin ist.
Wesentliche Eigenschaften eines Besuchshundes sind Menschenfreundlichkeit, Ruhe und Ausgeglichenheit in stressigen Situationen, eine hohe Reizschwelle, Sozialverträglichkeit sowie gute Kontrollierbarkeit und Abrufbarkeit, besonders in kritischen Momenten.
Hund Orry aus Schwedt spendet Trost im Krankenhaus
Bis zu einem Jahr daure die Ausbildung zum Besuchshund, deren Erfolg mit einer abgeschlossenen Prüfung zertifiziert wird. Auch wenn es bis dahin noch etwas dauert, Anja und Orry sind bereits ehrenamtlich auf der Palliativ- und Intensivstation in den Schwedter Kastanienhöfen aktiv. Dort bringt Orry den Patienten Trost und Nähe, indem er sich streicheln lässt und durch seine Anwesenheit Wärme vermittelt – auch wenn die Patienten nicht sprechen oder sich bewegen können.
„Jeden Donnerstag sind wir dort“, erzählt Anja leise. „Für eine halbe bis ganze Stunde. Im Moment besuchen wir eine Patientin auf der Intensivstation, die beatmet wird und nichts sagen oder sich bewegen kann. Orry liegt dann mit einer Decke auf ihrem Bett, und wir legen ihre Hand behutsam auf ihn, damit sie ihn fühlen kann. Ich lese ihr währenddessen eine Geschichte vor. Es sind diese kleinen Augenblicke, in denen wir spüren, dass unsere Anwesenheit etwas bewirkt – auch wenn Worte fehlen.“
Lebenshilfe und neue Perspektiven für Kinder
Neben der Arbeit mit dem Hund engagiert sich Anja Falke auch weiterhin in der Lebenshilfe in Schwedt, wo sie mit Bewohnern bastelt und kleine kreative Projekte umsetzt. Die Kombination aus Ruhepausen, ehrenamtlichem Engagement und der Arbeit mit Orry hilft ihr, trotz der gesundheitlichen Einschränkungen aktiv zu bleiben. Auch wenn es nicht immer leicht ist.
Ihr nächstes Ziel ist es, mit Orry auch Kindern, etwa in der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schwedt, Begegnungen zu ermöglichen und ihnen Freude zu bringen. „Ich denke, gerade integrative Kinder können von der Interaktion mit einem Hund sehr profitieren“, ist Anja Falke überzeugt und beweist eindrucksvoll, dass Mut, Engagement und die Liebe zum Tier Menschen auch in schwierigen Lebenssituationen neue Perspektiven eröffnen können.



