Konzert auf Platz der Befreiung
In diesen Tagen ist Joey Kelly wieder in der Stadt. Der Extremsportler referierte am Mittwoch beim Empfang der PCK Raffinerie und nutzte die Gelegenheit auch für einen Stadtbummel. Vor den Uckermärkischen Bühnen gab es ein Wiedersehen mit Betty Dittmann. Doch auch an den Auftritt seinerzeit kann sich der heute 47-Jährige noch gut erinnern. "Es gab viele Plattenbauten und nur eine kleine Altstadt", sagt er. Eindruck hätten die vielen Plattenbauten hinterlassen – und die Architektur der Uckermärkischen Bühnen selbst: "Die haben den Charme von Ostblock-Bauten", sagte er und blickte an der Fassade hinauf.
Um Werbung für den Auftritt an der Berliner Straße zu machen, spielten die Kellys seinerzeit ein Überraschungskonzert auf dem Platz der Befreiung.
Viele ältere Schwedter können sich daran noch erinnern. Betty Dittmann ebenfalls. Ob ihr die Musik der Kellys damals gefallen hat? Sie schmunzelt. "Für die Musik hab ich mich nicht so interessiert", sagte sie.
Am Nachmittag gegen 17 Uhr startete dann der Auftritt im Konzerthaus. Vater Daniel "Dan" Kelly habe seinerzeit Angst, dass die Konzertbesucher zwangsverpflichtet waren, erzählte Dittmann: "Aber das war nicht der Fall!" Solch ein Erlebnis hätten die Kellys allerdings einmal in Peking gehabt. Da seien 15 Minuten vor dem Konzert die Besucher in einem Schwung in die Halle gekommen und mit dem letzten Ton genauso schnell wieder verschwunden, berichtete er.
Ganz anders war die Stimmung seinerzeit in Schwedt. Dort kam die Musik an, wenn das Konzert auch noch nicht ausverkauft war. Genauso bei den Auftritten in Cottbus und Halle an der Saale, wo die Kellys ebenfalls gastierten. Offenbar war die Konzert- und Gastspieldirektion ebenfalls angetan vor der Resonanz. Denn die Kellys wurden erneut eingeladen. Sie drehten eine Dokumentation und traten schließlich in "Ein Kessel buntes" auf – so gelang ihnen dann beim breiten DDR-Publikum auch der Durchbruch.
Und bald tourten die Kellys mit ihrem Bus durch die Regionen im Osten. "Denn 17 Tage nach der Ausstrahlung unseres 20-Minuten-Auftritts bei Ein Kessel Buntes fiel die Mauer", erinnert sich Joey Kelly ganz genau.
Erneuter Auftritt in Schwedt?
Vor den geladenen Gästen beim Empfang in der Raffinerie hielt Kelly einen Motivationsvortrag. Elf solcher Auftritte hat der Extremsportler in dieser Woche – am Wochenende spielt er dann noch drei Konzerte, was insgesamt ebenfalls einem kleinen Marathon gleich kommt.
Einen echten Marathon läuft Joey Kelly wieder in zwölf Wochen, verriet er am Rande des Termins vor dem Schauspielhaus. Doch Kelly würde seinem Ruf nicht alle Ehre machen, wenn dies unter "normalen" Bedingungen geschehen würde. Den Marathon will er in Eiseskälte am Nordpol absolvieren.
Bleibt am Ende die Frage, wann er das nächste Mal nach Schwedt kommt, vielleicht sogar für ein musikalisches Gastspiel. Seine prompte Antwort: "Ich telefoniere heute Abend mit meinen Geschwistern und werde ihnen erzählen, dass ich in Schwedt bin. Dann werde ich sie fragen, ob wir hier wieder spielen. Wir kommen auch ohne Gage!"