Kind mit Blutarmut
: Welche Hilfe der schwer kranke Ian (2) aus Finowfurt jetzt benötigt

Ian (2) ist schwer krank und dringend auf Hilfe angewiesen. Gleich zwei Spendenaktionen in Finowfurt und Eberswalde sollen weiterhelfen. Das ist geplant.
Von
Stephan Backert
Finowfurt
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Der kleine Ian kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Unter anderem die Finowfurter Feuerwehr will helfen.

Der kleine Ian kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Unter anderem die Feuerwehr aus Finowfurt will helfen.

Dorin Puhlmann

Auf dem Spielplatz toben, mit Freunden in der Kita spielen – all das, was für viele Zweijährige normal ist, ist für den kleinen Ian aus Finowfurt zurzeit nicht möglich. Seit März dieses Jahres verbringt er die meiste Zeit in einem Berliner Krankenhaus. Eine schwere Erkrankung hat seinen Alltag und den seiner Familie völlig verändert.

„Das Leben steht kopf, man versucht, zu funktionieren“, so Dorin Puhlmann, die Mutter des zweijährigen Ian im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal.  Ein Großteil von Ians Leben spielt sich momentan im Virchow-Klinikum der Charité in Berlin ab, umgeben von medizinischen Apparaten, ab. Ian leidet an einer schweren aplastischen Anämie, im Volksmund „Blutarmut“ genannt.

Blutbildung ist bei Blutarmut gestört

Die aplastische Anämie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der laut dem Fachportal aerzteblatt.de Abwehrzellen das blutbildende Gewebe im Knochenmark zerstören. Früher sei diese Erkrankung tödlich verlaufen, heute ist sie durch eine Stammzellentransplantation heilbar. Doch hier liegt das Problem.

Ian bekommt momentan viele Blut – und Plasmatransfusionen. Eine medizinische Behandlung, die schon erwachsenen Menschen sehr viel Kraft kosten kann. Für den Körper eines Zweijährigen stellt das erst recht eine große Belastung dar. Anders könne die Krankheit laut seiner Mutter momentan nicht behandelt werden.

Knochenmarkspender dringend gesucht

Der kleine Junge ist dringend auf eine Knochenmark- oder Stammzellspende angewiesen. Trotz einer internationalen Suche wurde, so sagt es Dorin Puhlmann, noch kein passender Knochenmarkspender gefunden. Auch sein Zwillingsbruder und seine beiden Schwestern kamen dafür nicht infrage. Für die ganze Familie stellt die Erkrankung von Ian eine große Belastung dar. „Wenn ich im Gefängnis sitze, wüsste ich, wann ich herauskomme“, beschreibt Ians Mutter ihre momentane Gefühlslage im Hinblick auf die schwierige Situation. Sie ist froh um die Unterstützung, die ihre Eltern der Familie in dieser Lage geben.

Jetzt wird im Barnim intensiv nach Hilfe für den tapferen Kämpfer gesucht. Bei gleich zwei Spendenaktionen gibt es in den kommenden Tagen die Möglichkeit, dem kleinen Finowfurter zu helfen. Eine Aktion, die auf einer privaten Initiative beruht, findet am 29. Juni im Familiengarten in Eberswalde statt. Ivonne Affeldt, Leiterin des Familiengartens, bestätigte den Termin, der aber nicht in Verantwortung des Familiengartens stattfindet. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei soll beteiligt sein, eine Bestätigung war hierfür bis Redaktionsschluss jedoch nicht zu erhalten.

Die Feuerwehr Finowfurt hilft

Einen Tag später, am 30. Juni, gibt es eine weitere Möglichkeit in Finowfurt. Sie wurde gemeinsam vom Verein Uckermark gegen Leukämie aus Schwedt und der Freiwilligen Feuerwehr Finowfurt organisiert. Zu den Anliegen des Schwedter Vereins gehört unter anderem die Aufklärungsarbeit über Stammzell- und Knochenmarkspenden.

Laut Ines Baumgarten vom Verein Uckermark gegen Leukämie gibt es einige Erkrankungen, wie zum Beispiel eine HIV-Infektion, die eine Teilnahme als Spender ausschließen. Aber selbst Menschen, die eine Grunderkrankung wie zum Beispiel erhöhten Blutdruck haben, kämen als Spender infrage. Spender im Alter von 16 bis 55 Jahren sind hier willkommen. Die genaue medizinische Situation von möglichen Spendern wird im Rahmen der Typisierung vor Ort besprochen. Diese Spendenaktion findet in Kooperation mit dem Verein für Knochenmark- und Stammzellspenden aus Dresden statt, der auch eine Knochenmarkspenderdatei betreibt.

Hier finden die Typisierungsaktionen für eine Stammzellmarkspende für Ian statt

● Sonnabend, 29. Juni: Familiengarten Eberswalde, Am Alten Walzwerk 1  von 13 bis 17 Uhr

● Sonntag, 30. Juni: Freiwillige Feuerwehr in der Biesenthaler Straße 22 in Finowfurt von 10 bis 15 Uhr

In Deutschland gibt es laut Ines Baumann über 25 Knochenmarkspenderdateien. Die Informationen aus allen deutschen Dateien werden im Zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm gesammelt. Von hier aus erfolgt die weltweite Suche nach einem passenden Spender.

Ians Familie möchte den Jungen gern wieder zu Hause in die Arme nehmen. Momentan kämpft er im Krankenhaus mit einer heimtückischen Krankheit.

Ians Familie möchte den Jungen gern wieder zu Hause in die Arme nehmen. Momentan kämpft er im Krankenhaus mit einer heimtückischen Krankheit.

Dorin Puhlmann

Für Ian und seine Familie verbinden sich mit beiden Spendenaktionen große Hoffnungen.  Im Dezember, zur Weihnachtszeit, will der kleine Finowfurter seinen dritten Geburtstag feiern. Ein passender Knochenmarkspender dürfte das größte Geschenk für ihn und seine Familie sein.

Hinweis: in einer ursprünglichen Version hieß es, dass es sich um Knochenmarkspendeaktionen handelt. Es handelt sich aber um Typisierungsaktionen, bei denen mögliche Knochenmark- und Stammzellspender gefunden werden sollen. Des Weiteren haben wir die Hausnummer der Freiwilligen Feuerwehr in Finowfurt korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.